Da schließt sich der Kreis: Kurz fällt weich, wo andere Ex-Politiker schon weich fielen – Unzensuriert

Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz fällt weich mit seinem neuen Job. Dahinter steckt auch ein Signal an andere Politiker.

Foto: Dragan Tatic / BKA
Da schließt sich der Kreis: Kurz fällt weich, wo andere Ex-Politiker schon weich fielen

Eine gute Nachricht: Ex-Kanzler Sebastian Kurz wird sich nicht exotisch fühlen, wenn er als „Global Strategist“ bei seinem neuen Arbeitgeber Thiel Capital beginnt.

Vernetzt mit IT-Unternehmen im Silicon Valley

Sein deutscher Chef, Peter Thiel, hat nämlich nicht nur diese Investmentfirma gegründet, sondern gemeinsam mit Alexander Karp auch den Big-Data-Spezialisten Palantir.

Palantir gilt als schillerndes IT-Unternehmen im Silicon Valley, zu dessen Kunden die US-Geheimdienste CIA und NSA gehören. Und dort hat man Erfahrung damit, mehr oder weniger austauschbare, jedenfalls im gewünschten Politbetrieb agierende Ex-Politiker aus Österreich aufzunehmen.

Gescheiterte SPÖ-Bundesgeschäftsführerin

2015 heuerte man dort Laura Rudas, ehemalige SPÖ-Bundesgeschäftsführerin und Faymann-Vertraute, an, worüber der Standard feststellte: „Laura Rudas bei Palantir: Im Dunstkreis der Geheimdienste“.

Diese Verbindung sorgte wohl auch dafür, dass 2017 der Mitbegründer von Palantir, Alexander Karp, im Rahmen einer Digitalisierungsmesse mit Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) zusammentraf. Das Gespräch eingefädelt hatte die Kobza Media Group, bei der der SPÖ-nahe Niko Pelinka Geschäftsführer ist.

Rudas ist seit 2020 Verwaltungsratsmitglied des zweitgrößten Schweizer Verlagskonzern Ringier, der mit dem Blick so etwas wie die Schweizer Kronen Zeitung betreibt. Platz frei für einen neuen Ex-Politiker aus Österreich.

Übersiedelung nach Amerika versüßt

Dass Kurz bei Palantir selbst anfangen werde, wies der Konzern zurück, auch wenn die Verflechtung über Thiel gegeben ist.

Kurz wird die Übersiedelung nach Amerika übrigens nicht schmerzen. Denn sein Jahresgehalt soll laut Bild-Zeitung rund 500.000 Euro betragen – ein Aufstieg, denn als Kanzler verdiente er „nur“ rund 312.000 Euro. Und sonderlich verbunden fühlte er sich mit seiner Heimat Österreich ohnedies nicht.

Signal an „brave“ Politiker

Kurz’ neuer Job hat aber auch noch eine andere Bedeutung: Er ist ein Signal an Berufskollegen. Einerseits zeigt er, dass man aufgefangen wird, anderseits dass das Netzwerk weiterlebt. Politiker verstehen durch die Beispiele ihrer Vorgänger, dass sie bei Willfährigkeit mit einem angenehmen Posten rechnen können. Aber eben nur dann.

Kurz wird auch in Zukunft als ehemaliger Bundeskanzler herumgereicht werden, womit sich sein neuer Arbeitgeber schmückt, wie dies auch bei Viktor Klima (SPÖ) bei Volkswagen in Südamerika der Fall war, Wolfgang Schüssel (ÖVP) beim russischen Mobilfunkanbieter MTS und russischen Mineralölkonzern Lukoil, bei Alfred Gusenbauer (SPÖ) bei Signa und der RHI AG und bei Christian Kern (SPÖ) bei der russischen Eisenbahngesellschaft.

Sebastian Kurz

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt unzensuriert mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: BAWAATWW), ltd. Unzensuriert

Copy link