Volkszählung 2021: Wieder mehr Deutsche in Böhmen, Mähren und ehem. Österreichisch-Schlesien – Unzensuriert

Prag, heute die Hauptstadt der Tschechischen Republik, war bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts mehrheitlich deutsch besiedelt. Hans Kelsen, Schöpfer der österreichischen Verfassung von 1920, der Eisenbahnpionier Franz Anton von Gerstner und die Schauspielerin Winnie Markus wurden dort geboren.

Foto: Julian Nyča / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Volkszählung 2021: Wieder mehr Deutsche in Böhmen, Mähren und ehem. Österreichisch-Schlesien

Von März bis Mai 2021 wurden alle Bewohner der Tschechischen Republik gezählt. 10,52 Millionen waren aufgerufen, Auskunft über Lebensverhältnisse, Bildung und nationale Zugehörigkeit usw. zu geben.

Nur zwei von drei gaben Volkszugehörigkeit an

Am Donnerstag präsentierte das tschechische Statistikamt die Ergebnisse. Demnach machten 31,6 Prozent der Bevölkerung keine Angabe zur Nationalität (2011 waren es 25,3 Prozent). Zur deutschen Volks- und Kulturgemeinschaft bekannten sich 24.190 Personen (2011: 18.658), wobei 9.128 nur die deutsche Nationalität angaben und der Großteil davon mutmaßlich nur eine österreichische oder bundesdeutsche Staatsbürgerschaft besitzt, weil sie aus beruflichen Gründen in der Tschechischen Republik leben.

Heimatverbliebene Deutsche

15.062 bekannten sich zu zwei Nationalitäten, der deutschen und einer zweiten. Dabei gaben fast 14.000 als zweite Volkszugehörigkeit die tschechische Nationalität an.

Diese gut 15.000 Deutsche dürften die Nachfahren der autochthonen deutschen Bevölkerung sein, die 1945/1946 unter enormer Brutalität von den Tschechen aus Böhmen, Mähren und dem ehemaligen Österreichisch-Schlesien vertrieben wurde. Drei Millionen Deutsche verloren ihre Heimat, mehr als jeder zehnte davon wurde oft bestialisch von den Tschechen ermordet. Ihr einziges „Vergehen“: Sie waren Deutsche.

Angst als historische Last

Deshalb verwundert es nicht, dass es bis heute viele Deutsche nicht wagen, sich zu ihrer Abstammung zu bekennen. Zu tief haben sich die Gräueltaten der Tschechen in das kollektive Gedächtnis eingegraben.

Es dürften sich unter den mehr als 3,3 Millionen Bewohnern der heutigen Tschechischen Republik, die kein Volkszugehörigkeitsbekenntnis abgaben, daher noch viele, viele Deutsche, die sogenannten Heimatverbliebenen befinden, die sich damals verstecken konnten, einen tschechischen Ehepartner hatten oder aus beruflichen Gründen (Ärzte, Krankenschwestern) unentbehrlich waren.

Starke historische Verbindungen

Erfreulich ist dennoch, dass in den historisch viele Jahrhunderte zum Deutschen Reich gehörigen Ländern auch offiziell wieder mehr Deutsche leben.

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