Luftschläge der Türkei gegen kurdische Stellungen in Nordsyrien – Unzensuriert

Die Türkei besitzt eine der mächtigsten Streitkräfte der Welt. Im Bild das türkische Standard-Kampfflugzeug vom US-amerikanischen Typ F-16.

Foto: Tim Felce / wikimedia (CC BY-SA 2.0)
Luftschläge der Türkei gegen kurdische Stellungen in Nordsyrien

Türkische Luftstreitkräfte griffen gestern, Mittwoch, Stellungen der Kurdischen Volksarmee (YPG) in Nordsyrien an. Bei dem Schlag wurden zahlreiche Munitionslager und Stellungen zerstört. Dabei wurden mindestens 14 kurdische Soldaten und vier syrische Zivilisten getötet.

Zahlreiche Ziele zerstört

Wie die Zeit berichtet, teilte das türkische Verteidigungsministerium in Ankara mit, dass man mit Kampfflugzeugen zahlreiche militärische Ziele erfolgreich zerstört habe. Syrischen Behörden, auf deren Boden der Angriff stattfand, berichten, dass bei dem Angriff auch ein Kraftwerk zerstört worden sei. Dabei kamen vier syrische Mitarbeiter ums Leben.

Hinweise auf viele zivile Opfer

Das ganze Ausmaß der Zerstörung ist noch unklar. Laut syrischen Behörden beschossen die türkischen Kampfflugzeuge weiters rund 20 kurdische Dörfer, die rein zivil bewohnt gewesen sein sollen. Die Dörfer sollen komplett zerstört worden sein, die Einwohner seien nun Flüchtlinge.

Alle syrischen, kurdischen und türkischen Meldungen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, da die jeweiligen verfeindeten Parteien natürlich auch die Waffe der Medienpropaganda für sich zu Nutze machen.

Türkei sieht Kurden als Bedrohung

In der Türkei ist die YPG, wie auch die Kurdische Arbeiterpartei (PKK), als Terrororganisation eingestuft. Im Rahmen des syrischen Bürgerkriegs und des Kriegs gegen den Islamischen Staat (IS) haben die Kurden im Norden Syriens und des Irak eine weitreichend autonome Region errichtet, die momentan von den Regierungen Syriens und des Iraks geduldet werden. Dies ist eine echte Bedrohung für die Türkei, da ihr gesamter Südosten zum Großteil von Kurden bewohnt wird, die sich gerne von den Türken lossagen wollen.

NATO sieht Kurden als Verbündete

Der scharfe Konflikt zwischen Türken und Kurden ist dabei weltpolitisch an trauriger Skurrilität nicht zu überbieten. Im Gegensatz zur Türkei, das NATO-Mitglied ist, sieht die NATO selbst die kurdische YPG als großen Verbündeten an. Die Kämpfer wurden zunächst in den Mitgliedsstaaten ausgebildet und bewaffnet, dann dienten sie als Heer gegen den IS. In Zusammenarbeit zwischen US-Luftstreitkräften und kurdischer Bodenoffensive wurde der IS letzten Endes vernichtet.

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