Ungarn entsendet Truppen an die ukrainische Grenze – Unzensuriert

Ungarische Soldaten bei einer Übung. Nun wurden viele an die Ostgrenze, zur Ukraine, geschickt.

Foto: 7th Army Training Command / wikimedia.org (CC BY 2.0)
Ungarn entsendet Truppen an die ukrainische Grenze

Das ungarische Verteidigungsministerium gab gestern, Dienstag, bekannt, dass man den Befehl gegeben habe, die militärische Präsenz an der Ostgrenze zur Ukraine massiv aufzustocken. Als Begründung hieß es, man wolle die Grenze schützen. Ungarn gilt als einziger Freund Russlands innerhalb der Europäischen Union. Das Verhalten Ungarns ist schon daher interessant, da es ebenfalls an die Ukraine grenzt und mit dieser in einem nicht sehr freundschaftichen Verhältnis steht.

Grenze sichern und Flüchtlinge versorgen

Wie Ungarn heute berichtet, verkündete der ungarische Verteidigungsminister Tibor Benkő am Dienstag Vormittag, dass bereits am Nachmittag die ersten Truppen an die Ostgrenze zur Ukraine verlegt werden. Zum einem wolle man die ungarische Grenze sichern, zum anderen sei man darauf vorbereitet, Flüchtlinge, insbesondere aus Transkarpatien, aufzunehmen.

Ungarn reagiert zögerlich

Ungarn zeigte sich nach der Anerkennung der Volksrepubliken Donezk und Lugansk als unabhängige Staaten durch Russland zunächst deutlich verhaltener als die restlichen EU-Mitglieder. Ungarn nimmt innerhalb der EU und der NATO eine Sonderrolle an, da man eine deutlich freundschaftlichere Beziehung zu Russland führt, als dies bei den restlichen Mitgliedsstaaten der Fall ist. Zwar verkündete der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán, wie ebenfalls Ungarn heute berichtet, dass man Teil des gemeinsamen Standpunktes der EU sei. Eine persönliche Verurteilung der Handlungen Russlands blieb jedoch seitens Ungarns aus.

Große Spannungen um Transkarpatien

Das Verhältnis zwischen der Ukraine und Ungarn hingegen ist seit Jahren auf einem absoluten Tiefpunkt. Konkret geht es um die ungarische Minderheit in der Region Transkarpatien. Die westlichste Provinz der Ukraine gehörte von 896 bis 1921 zu Ungarn, anschließend zur Tschechoslowakei, anschließend zur Sowjetunion und erst seit 1991 zur Ukraine. In der Region leben aktuell immer noch rund 150.000 Ungarn, die keinerlei Minderheitenrechte genießen. Wie unzensuriert berichtete, wird die ungarische und rumänische Minderheit in Transkarpatien massiv unterdrückt.

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