Frau Nehammers Reisen, der „Cobra-Crash“ und zwei Kanzlerberater im Fokus des Parlaments – Unzensuriert

ÖVP-Kanzler Karl Nehammer bei der Pressekonferenz nach dem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Foto: Dragan Tatic / BKA
Frau Nehammers Reisen, der „Cobra-Crash“ und zwei Kanzlerberater im Fokus des Parlaments

Wurde der Autounfall von Cobra-Beamten beim Kanzler-Domizil durch einen Verschlussakt vertuscht? Warum begleitete die Frau von Karl Nehammer, Katharina, den ÖVP-Bundeskanzler auf einer Dienstreise? Und welche Beratertätigkeit übt der frühere Bild-Chefredakteur Kai Diekmann für Nehammer aus? Zu all diesen Fragen muss Karl Nehammer jetzt Stellung beziehen. Denn die FPÖ stellt dazu parlamentarische Anfragen.

“Alko-Crash” und Nehammers Salamitaktik

Ganz oben auf dem Fragenkatalog: Der „Alko-Crash“ von offenbar alkoholisierten Personenschützern, die beim Verlassen des Kanzler-Domizils in Wien-Hietzing zwei parkende Fahrzeuge mit ihrem Dienstwagen beschädigt und zuvor in der Wohnung der Familie Nehammer Alkohol getrunken haben sollen. Dass dieser Vorfall erst mehrere Wochen danach publik wurde, machte den FPÖ-Sicherheitssprecher Hannes Amesbauer stutzig, erst recht, als es laut Amesbauer zu krassen Widersprüchen gekommen sei – und zwar zwischen den vom Bundeskanzler geschilderten Abläufen und Informationen aus Polizei-Kreisen.

Über die Salamitaktik von Frau und Herrn Nehammer bezüglich des Unfalls hat unzensuriert bereits berichtet.

Wurde der Vorfall beim Innenministerium zum Verschlussakt?

In seiner Anfrage an ÖVP-Innenminister Gerhard Karner schreibt Amesbauer:

So berichten mehrere Informanten, dass alle den gegenständlichen Vorfall betreffende Protokolle, Berichte, etc. als Verschlussakt geführt werden.

Man kann gespannt sein, wie Innenminister Karner die Anfrage Amesbauers, ob der Vorfall, den Personenschützer der Kanzlerfamilie Mitte März vor der Wohnung der Nehammers verursacht haben, zur Verschlussakte erklärt worden ist, beantworten wird.

Katharina Nehammer mit Bundeskanzler in Berlin

An den Bundeskanzler direkt richten sich Anfragen, die der FPÖ-Fraktionsvorsitzende des ÖVP-Korruptions-Untersuchungsausschusses, Christian Hafenecker, bezüglich der Begleitung von Karl Nehammer bei seinen Dienstreisen stellt. Wie bekannt wurde, soll die Ehefrau des Bundeskanzlers in Berlin beim informellen Termin mit Wladimir Klitschko, dem Bruder des Bürgermeisters von Kiew, dabei gewesen sein. Unter anderem stellt Hafenecker die Frage:

Welche Richtlinien gibt es im Bundeskanzleramt für die Begleitung des Bundeskanzlers durch die Ehegattin, Verwandte oder andere nahestehende Personen?

Gegenüber der Kronen Zeitung meinte Hafenecker:

Der Bundeskanzler versteht sein Amt offenbar als ÖVP-Familienbetrieb, wo die eigene Frau und von der ÖVP engagierte Berater die Marschrichtung vorgeben.

Ex-Bild-Chefredakteur als Kanzlerberater

Apropos Berater: Auch da will Hafenecker Aufklärung vom Bundeskanzler, seit bekannt geworden ist, dass Nehammer (oder seine Frau) Kai Diekmann (Ex-Bild-Chefredakteur) und Georg Steiner (früherer Vize-Sprecher der deutschen Kanzlerin Angela Merkel) als seine Berater engagiert haben sollen. Aber haben beide Herren eine Zugangsberechtigung zum Bundeskanzleramt, zu Räumlichkeiten im Parlament, gibt es für sie eine gültige Sicherheitsüberprüfung und verfügen sie womöglich über einen gut dotierten Vertrag?

Berater auch Reisebegleiter zu Selenskyj und Putin

Jedenfalls soll Kai Diekmann an der Seite von Nehammer gewesen sein, als dieser zum ukrainischen Präsidenten Wlodomir Selenskyj reiste. Ein Bild, das Kai Diekmann selbst auf „Twitter“ stellte, liefert den Beweis dafür. Und die Kronen Zeitung berichtete, dass der 57-jährige Deutsche Nehammer auch bei dem viel kritisierten Trip zu Putin begleitet haben soll.

Der Kronen Zeitung gegenüber erklärte das Kanzleramt, dass Diekmann Nehammer ohne Honorar und ohne Übernahme von Reisekosten beraten habe.

Am 18. März 2022 reiste Bundeskanzler Karl Nehammer zu einem Arbeitsbesuch nach Moskau. Im Bild auf der Fahrt mit einem Konvoi vom Flughafen in das Stadtzentrum. Foto: Dragan Tatic / BKA
Karl Nehammer

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