Geht Köstinger als Vorstand zu den Bundesforsten, wäre das Postenschacher par excellence – Unzensuriert

Die Rücktritte von gleich zwei Ministerinnen gestern, Montag, machten ÖVP-Kanzler Karl Nehammer zum Passagier in der Regierungsumbildung. Und nun gibt es auch noch die Vermutung, dass für Elisabeth Köstinger (li.) ein Vorstandsposten bei den Bundesforsten “reserviert” wurde.

Foto: BKA/Andy Wenzel
Geht Köstinger als Vorstand zu den Bundesforsten, wäre das Postenschacher par excellence

Die Vorgänge rund um die ÖVP sind haarsträubend. In Vorarlberg wird gegen ÖVP-Landeshauptmann Markus Wallner ermittelt, in Wien treten gleich zwei ÖVP-Minister an einem Tag zurück und degradieren ÖVP-Kanzler Karl Nehammer zum Passagier einer Regierungsumbildung – und jetzt wurde auch noch bekannt, dass eine der zurückgetretenen Ministerinnen, Elisabeth Köstinger, als Vorstand zu den Bundesforsten wechseln soll – was ein Postenschacher par excellence wäre.

Posten mit Nähe zum Landwirtschaftsministerium

Der Schönheitsfehler dieser möglichen Karriere nach der Politik liegt nämlich darin, dass die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) zwar eine Aktiengesellschaft sind, diese aber zu 100 Prozent im Besitz der Republik steht. Der ganze Aufsichtsrat ist nicht nur in „schwarzer“ Hand, sondern das Unternehmen hat auch eine Nähe zum Landwirtschaftsministerium, wo ja Elisabeth Köstinger als Ministerin gewirkt und die aktuellen Aufsichtsräte de facto ausgesucht hat.

Wurde Vorstandposten mit 350.000 Euro Jahresgage “reserviert”?

Die Kronen Zeitung vermutet in der Ausgabe heute, Dienstag, dass darüber gemunkelt werde, für Köstinger diesen lukrativen Vorstandsposten „reserviert“ zu haben. Dotiert wäre der Vorstandsposten bei den ÖBf demnach mit satten 350.000 Euro Jahresgage plus Prämien.

Ausschreibungs-Prozedere nur Formsache

Offiziell wurde der Vorstandsposten zwar ausgeschrieben und die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 25. Mai, doch der gelernte Österreicher weiß längst, dass ein solches Prozedere vor allem bei ÖVP-nahen Betrieben nur Formsache sein könnte. Sollte Elisabeth Köstinger tatsächlich den Job bekommen, könnte es wieder heißen, dass sie die „Best-Qualifizierte“ dafür gewesen sei.

WKStA ermittelt gegen ÖVP-Landeshauptmann

Die Frage ist nur, wie lange die Menschen diesem ÖVP-Schauspiel noch zusehen. Während die Opposition, zumindest SPÖ und FPÖ, Neuwahlen fordern, schwappt schon der nächste ÖVP-Skandal in die Öffentlichkeit. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (SKStA) ermittelt gegen ÖVP-Landeshauptmann Markus Wallner in Vorarlberg – und zwar wegen des Verdachts der Vorteilsnahme.

Misstrauensantrag gegen Wallner im Landtag

Ein namentlich nicht genannter Unternehmer hatte laut Vorarlberger Nachrichten in einer eidesstattlichen Erklärung behauptet, Wallner habe um Inserate für die ÖVP-Wirtschaftsbund-Zeitung geworben und auch Gegenleistungen in Aussicht gestellt. Wallner bestreitet das auf das Schärfste und bezeichnete diese Behauptung als „anonyme Unterstellung“.

Dennoch muss sich Wallner morgen, Mittwoch, im Landtag einem Misstrauensantrag stellen, den FPÖ, SPÖ und NEOS eingebracht haben.

Elisabeth Köstinger / Karl Nehammer

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt unzensuriert mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: BAWAATWW), ltd. Unzensuriert

Folge uns auf unserem Telegram-Kanal, um Artikel zu kommentieren und unzensuriert informiert zu bleiben.

    Diskussion zum Artikel auf unserem Telegram-Kanal:
Copy link