„Historischer Holler“: Kronen Zeitung lässt kritischen Artikel über Kurz-Sager „verschwinden“ – Unzensuriert

Dieser kritische Artikel zum unbedarften Kriegs-Sager von Sebastian Kurz ist seit gestern, Montag, in der Kronen Zeitung nicht mehr auffindbar.

Foto: Screenshot / Kronen Zeitung
„Historischer Holler“: Kronen Zeitung lässt kritischen Artikel über Kurz-Sager „verschwinden“

Die Nähe der Kronen Zeitung zum gescheiterten ÖVP-Ex-Kanzler Sebastian Kurz bräuchte man nicht extra erwähnen, wäre da nicht Merkwürdiges passiert: Der am Samstag, 4. Juni, erschienene Artikel unter dem Titel „Historischer Holler: Kurz verwundert mit unbedarftem Kriegs-Sager“ wurde auf krone.at nun im Nachhinein verändert – der Titel lautet nun: „Funken Hoffnung: Kurz für möglichst schnelle Verhandlungen“.

Unglückliche Äußerung zum Ukraine-Konflikt

Wie berichtet, hatte sich Kurz in einem Interview mit dem Schweizer Boulevardblatt Blick unglücklich zum Ukraine-Konflikt geäußert. Auf die Frage des Journalisten, wie dieser Krieg beendet werden könne, antwortete der Ex-ÖVP-Kanzler, der jetzt für Investor Peter Thiel tätig ist:

Eine einfache Lösung gibt es nicht. Die Situation ist viel zu verfahren. Die gute Nachricht: Noch jeder Krieg hat irgendwann mit Verhandlungen geendet. Es gibt einen Funken Hoffnung, dass der Istanbuler Prozess zu einer positiven Dynamik führen kann.

Ein eingebildeter Ungebildeter erklärt die Welt

Die Behauptung, dass noch jeder Krieg irgendwann mit Verhandlungen geendet habe, war dann laut Kronen Zeitung „historischer Holler“ und Militäranalyst Gerald Karner stellte auf dem Kurznachrichtendienst “Twitter” simpel fest:

Wenn man einen eingebildeten Ungebildeten die Welt erklären lässt. Der Zweite Weltkrieg endete mit einer bedingungslosen Kapitulation.

Kritischer Bericht seit Montag verschwunden

Diese Kritik saß offenbar. Seit gestern, Montag, ist der kritische Bericht auch nicht mehr auffindbar. Denn der Artikel wurde im Nachhinein umgeschrieben. Von dem Satz, dass jeder Krieg irgendwann mit Verhandlungen geendet habe, ist nichts mehr zu lesen, stattdessen darf der Ex-Kurzzeit-Kanzler in der Krone jetzt für „möglichst schnelle Verhandlungen“ eintreten.

Kanzlersprecher wehrt sich gegen Interventions-Verdacht

Wer hat da interveniert? Daniel Kosak, Kanzlersprecher von Karl Nehammer, offensichtlich nicht. Zumindest hat er dies auf dem Kurznachrichtendienst Twitter klargestellt.

“Krone”-Journalistin schreibt Biografie von Kurz

Hat der Polit-Liebling der Kronen Zeitung noch immer Einfluss auf die dortige Redaktion? Wie Der Standard erfuhr, verfasst Krone-Journalistin Conny Bischofberger eine politische Biografie des früheren Kanzlers und Beschuldigten in der Inseratenaffäre. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Kronen Zeitung-Artikel über Kurz

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