Neutrale Kirche? Innsbrucker Bischof Glettler wirbt offen für Bundespräsident Van der Bellen – Unzensuriert

Bundespräsident Van der Bellen, ehemaliger Kommunist und bekennender Atheist, erhält in Tirol ausgerechnet Unterstützung von der katholischen Kirche.

Foto: Peter Lechner / HBF
Neutrale Kirche? Innsbrucker Bischof Glettler wirbt offen für Bundespräsident Van der Bellen

Die katholische Kirche hatte in der Vergangenheit keine guten Erfahrungen gemacht, wenn sie sich aktiv in die Politik eingemischt oder von dieser instrumentalisieren gelassen hat. Aus diesen Fehlern lernte man und vermied es seither, sich aktiv in Wahlen, etwa durch Empfehlungen für Kandidaten, einzumischen. Das dürfte allerdings angesichts des aktuellen Bundepräsidentschaftswahlkampfes nicht mehr gelten.

Innsbrucker Bischof gibt sich “parteiisch für Van der Bellen”

Denn auf “Instagram” postete der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler kürzlich eine mehr als eindeutige Wahlempfehlung für Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Zu sehen ist ein Foto Van der Bellens bei einer Rede im Tiroler Kaunertal. Glettler schreibt dazu, als Tiroler dürfe er für einen anderen Tiroler “parteiisch” sein. Er sei dankbar darüber, dass Van der Bellen “Hausverstand, politische Klugheit und Menschlichkeit verbinden könne”:

Kritische Kommentare von Gläubigen

Die offene Wahlwerbung für den gar nicht so gläubigen Bundespräsidenten kam jedoch bei den Katholiken gar nicht gut an. Zumindest, wenn man sich die Kommentare unter dem Posting Glettlers durchliest.

Vielfach wurde darauf hingewiesen, dass die Kirche und ihre Vertreter in den letzten Jahrzehnten bewusst keine Wahlempfehlungen abgaben und dies seine guten Gründe hatte. Ebenso übte man Kritik an der Haltung Van der Bellens in der Vergangenheit:

Für die katholische Kirche sind Wahlempfehlungen in Österreich sehr ungewöhnlich. Mit diesem Posting brechen Sie mit einem jahrzehntelangen Usus, wonach Bischöfe nicht für politische Kandidaten werben. Im Zuge der letzten Präsidentschaftswahl 2015 hatte der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, in der ‘Kleinen Zeitung’ zu Recht betont, dass es in Österreich gute Tradition sei, dass die Bischöfe keine Wahlempfehlung abgeben. Bis auf die Bischöfe Krenn und Laun haben sich bisher alle klug daran gehalten. Bis heute, wenn man Ihre Nachricht sieht!

Das verstehe ich jetzt nicht. Warum werben sie als Bischof für einen Politiker. Es gibt wichtigere Sachen. Ob der Kandidat über politische Klugheit und Menschlichkeit verfügt? Immerhin hat er viele Menschen mit keinen guten Worten beschrieben. So geschehen in Salzburg und immer wo er auftritt, aber wer die Nachrichten verfolgt, hört es ja selber.

Alexander Van der Bellen

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