Ärztekammerpräsident kritisiert die Corona-Strategie der Bundesregierung – Unzensuriert

Groß angelegte Massentests oder das Projekt „alles gurgelt” in Wien würden lediglich zu einer falschen Sicherheit beitragen, sagt der oberösterreichische Ärztekammerpräsident Peter Niedermoser.

Foto: Laressser / Ärztekammer für OÖ / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Ärztekammerpräsident kritisiert die Corona-Strategie der Bundesregierung

So ändern sich die Zeiten! Während der Regentschaft des österreichischen Ärztekammerpräsidenten Thomas Szekeres, der im März abgewählt wurde, traute sich kaum jemand aus der Ärzteschaft Kritik an den Corona-Maßnahmen der Bundesregierung zu üben. Wer es trotzdem tat, musste mit Konsequenzen bis zum Berufsverbot rechnen. Einige Monate später ist das nicht mehr so, denn jetzt geht der oberösterreichische Ärztekammerpräsident Peter Niedermoser in die Öffentlichkeit, kritisiert Massentests und das Testen von „Gesunden“. Zudem verlangt er, dass Covid-Tests nur noch von Ärzten durchgeführt werden dürfen.

Massentests haben zu keinerlei Verbesserung beigetragen

Gegenüber der APA sagte Niedermoser, dass lediglich symptomatische Personen getestet werden sollten. 66 Tests pro tausend Einwohner am Tag machen Österreich zwar zum „Testweltmeister”, “sie haben aber zu keinerlei Verbesserung der Situation beigetragen”, so der Pathologe. Privat lasse er sich gar nicht mehr testen.

Aus den Fehlern lernen

Er wolle niemandem einen Vorwurf machen, denn „im Nachhinein ist man immer klüger”. Wichtig sei aber, aus den Fehlern zu lernen. Länder wie Deutschland oder Schweden hätten mit vier beziehungsweise zwei Tests pro Tag auf tausend Einwohner deutlich weniger getestet, die Sterberate sei in jenen Ländern jedoch besser als in Österreich. „Weder hat sich die Wellenbewegung durch das Testen verändert, noch hatte die Vielzahl an Tests einen Einfluss auf die Todeszahlen”, sagte Niedermoser, der sich dabei auf ein Papier des oberösterreichischen Landeskrisenstabes stützt.

“Alles gurgelt” in Wien führt zur falschen Sicherheit

Groß angelegte Massentests oder das Projekt „alles gurgelt” in Wien würden lediglich zu einer falschen Sicherheit beitragen. Mehr als zwei Milliarden Euro, die bisher für öffentliche Testungen ausgegeben wurden, seien längst nicht mehr gerechtfertigt. Tests sollten laut Niedermoser nur noch beim Arzt oder der Ärztin stattfinden. Die Gefahr, dass symptomatische Personen – andere sollten ja zukünftig aufs Testen verzichten – in der Arztpraxis jemanden anstecken würden, sieht er nicht. “Zuallererst sollte man ohnehin beim Arzt anrufen, vor Ort Maske tragen, und in den Wartezimmern der Ordinationen und Krankenhäusern in separierten Bereichen warten“.

Jeder muss für sich entscheiden, ob er eine Maske trägt

Gängige Hygienemaßnahmen und Masken seien weiterhin ein probates Mittel, um sich gegen eine Infektion zu schützen, er verstehe aber auch Menschen, die darauf verzichten würden. “Bei dem derzeitigen Infektionsgeschehen muss jeder für sich entscheiden, wo und wann er Maske trägt”, so Niedermoser.

Volksbegehren “COVID-Maßnahmen abschaffen”

Hinweis: Bis 26. September können Covid-Maßnahmengegner noch das Volksbegehren mit dem Titel „COVID-Maßnahmen abschaffen“ unterschreiben. Der Text des Volksbegehrens hat folgenden Wortlaut:

Keine gentechnischen Experimente mit Kindern! Wir sind gegen jede Art von Impfzwang, insbesondere bei Kindern. Die Schulen sollen wieder einen ungehinderten Präsenzunterricht – ohne COVID-Maßnahmen – ermöglichen. Die COVID-Maßnahmen und die 3-G-Regel (geimpft, getestet, genesen) gefährden die Gastronomie-, Dienstleistungs- und Kultur-Betriebe existenziell, ohne erkennbaren Nutzen. Der Bundes(verfassungs)gesetzgeber soll die sofortige Aufhebung aller COVID-Maßnahmen in Österreich beschließen.

Ärztekammerpräsident Peter Niedermoser

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