Der Aufmacher auf „krone.at“ war als Polit-Aufreger geplant, verkam aber zum Schmutzkübel gegen Kickl.

screenshot / krone.at
„Kurz-Medien“ spielen bei Schmutzkübelkampagne gegen Kickl brav mit

Das ist wirkliche eine Schmutzkübelkampagne, Herr Kurz! Befreundete Medien des ÖVP-Ex-Kanzlers versuchten heute, 2. August, Ex-Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) in Verruf zu bringen, indem sie seinem früheren Kabinettchef unterstellten, Identitätenchef Martin Sellner vor einer Razzia gewarnt zu haben.

Künstlich produzierter Polit-Aufreger

So titelte krone.at „Vor Razzia gewarnt? Wirbel um Kickls Kabinett“ und platzierte die offenbar frei erfundene Geschichte gleich als Aufmacher. Andere Zeitungen sprangen dankbar drauf, schließlich klingt „Wirbel um Kickls Kabinett“ immer gut.

Liest man dann aber die vermeintliche Skandalgeschichte, verkommt der künstlich produzierte Polit-Aufreger zur Schmutzkübelkampagne ohne einen einzigen Hinweis, dass der Kabinettchef Sellner vor einer Razzia gewarnt haben könnte. Er habe einen einmaligen Kontakt zum Identitärenchef gehabt, danach aber nie wieder, gab der frühere Kabinettschef Reinhard Teufel den Zeitungen Auskunft.

Behauptete Vorwürfe lösen sich in Luft auf

Dass eine Warnung vor der Hausdurchsuchung durch seinen engsten Mitarbeiter gar nicht erfolgen konnte, stellte Herbert Kickl auf Facebook fest:

Diese Anschuldigungen sind frei erfunden. Eigentlich wäre es ganz einfach aufzuklären: Herr Sellner wurde ja sicherlich auch telefonüberwacht. Wenn es also eine telefonische Warnung kurz vor der Hausdurchsuchung gegeben haben soll, dann schleunigst heraus mit den Anruf- und Gesprächsprotokollen! Dann würde sich sofort zeigen, dass sich die behaupteten Vorwürfe gegen meinen Mitarbeiter in Luft auflösen.

Aber vielleicht ist ja gerade das gar nicht gewollt. Eigentlich traurig, dass so gearbeitet wird, um von echten Skandalen abzulenken und ein schlechtes Licht auf mich zu werfen. Überraschend ist es jedoch nicht.

Journalisten stellten die wichtigste Frage nicht

Darauf hätten die Journalisten eigentlich auch kommen müssen: Nämlich nachzufragen, ob das Telefon von Herrn Sellner telefonüberwacht war, was eigentlich anzunehmen ist. Aber dann hätte es wohl eine Schlagzeile gegen Kickl weniger gegeben, weil sich der Verdacht eben in Luft aufgelöst hätte.

Kronenzeitung vermutet Rache des BVT-Chefs

Warum also der Polit-Aufreger? Während Sebastian Kurz in der Schredderaffäre – Fakten und kein Schmutzkübel – festsitzt und als wortbrüchiger Politiker dasteht, weil er nach dem „Ibiza-Video“ sein Versprechen, die Koalition weiterzuführen, nicht hielt, stehen Herbert Kickl und Norbert Hofer mit weißer Weste da. Also erfindet man was, damit irgendwas hängen bleibt. Und zwar mithilfe des durch Kickl kurzfristig suspendierten BVT-Chefs Peter Gridling, wie die Kronenzeitung am Ende des Artikels vermutet:

Die Verdachtsmomente gegen Kickls frühere rechte Hand könnte man als späte Rache sehen …

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