Schauspielerin Christiane Hörbiger ließ sich von der ÖVP als „Wahlkampfhelferin“ einspannen. Ob das ihr oder der ÖVP genutzt hat, steht auf einem anderen Blatt.

Manfred Werner / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Einmal für Rot, einmal für Schwarz: Schauspielerin Hörbiger immer auf Seite der Mächtigen

Ob das Wahlkampfvideo der ÖVP mit Schauspielerin Christiane Hörbiger nicht ein Schuss ins eigene Knie war? Gut angekommen ist es jedenfalls nicht – und die Grande Dame der österreichischen Bühnenstars muss sich nun auch noch gefallen lassen, je nachdem, wer gerade an der Macht ist, die Farbe zu wechseln.

Einmal für Häupl, einmal für Kurz

Gemeint ist die Parteifarbe. Denn wenn Frau Hörbiger jetzt gerade versucht, Stimmung für Sebastian Kurz zu machen, also für einen Schwarzen, und in ihrer Video-Botschaft SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner mit den Worten „vollkommene Verblödung“ attackiert, fragen sich die Leute schon, warum sie sich bei der Wien-Wahl 2010 ausdrücklich für Michael Häupl und die Roten ausgesprochen hat und sechs Jahre später im Personenkomitee für den SPÖ-Präsidentschaftskandidaten Rudolf Hundstorfer war (der schon im ersten Wahlgang kläglich scheiterte).

Laienhaftes Wissen über Politik

Gerade Christiane Hörbiger eilt daher wohl zu Recht der Ruf voraus, mit ihrer Popularität stets den Mächtigen zu dienen. Ob das mit Vorsatz, der eigenen Karriere einen Vorteil zu verschaffen, geschieht, sollen die Zuschauer dieses Schauspiels bewerten.

Abgesehen davon, dass die ÖVP mit diesem Wahlkampfvideo nicht gerade fair agiert und sich wie eine beleidigte Leberwurst inszeniert, was überhaupt nicht staatstragend wirkt, kann der Schauspielerin Hörbiger – wie schon die Satiriker maschek 2014 bemerkten – durchaus laienhaftes Wissen über Politik attestiert werden.

Neuwahlen nach Wortbruch

Ob Frau Hörbiger wirklich so naiv ist, zu glauben, Sebastian Kurz hätte es verdient gehabt, allein mit seinen Türkisen und Schwarzen weiter zu regieren, nachdem er gegenüber dem Koalitionspartner FPÖ Wortbruch begangen hatte, die Regierung platzen ließ und Neuwahlen ausrief? Die Kurz-ÖVP hätte als Regierungspartei bis dahin die beste Wahlkampfbühne auf Steuerzahlerkosten gehabt. Es war also nur logisch und fair, ihm das Misstrauen auszusprechen und für die kommende Wahl Waffengleichheit herzustellen. Da waren sich ausnahmsweise sogar FPÖ und SPÖ völlig einig.

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