Die SPÖ-Staatsmanagerin Brigitte Ederer, die es von der AK-Angestellten bis zu Siemens-Chefin brachte, hat auch als ÖBB-Aufsichtsrats-Chefin politisch agiert.

Kampagne „Nein zum Öxit“/APA-Fotoservice/Langegge
Die außergewöhnliche Karriere der roten „Tausender“-Gitti Ederer

In unserer Serie „Staatsmanger“ widmen wir uns heute der ehemaligen Angestellte der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien (AK), die es mit ihrem „1000-Schilling-Versprechen“ bis an die Spitze des Siemens-Konzerns gebracht hatte: Brigitte Ederer. Wir berichten stets unserer Blattlinie treu – kritisch und polemisch.

  • Der sicher ohne jeglichen politischen Hintergrund erhaltene Arbeitsplatz in der Arbeiterkammer Wien (1977-1992) wird in diversen Lebensläufen schon verschwiegen.
  • Parallel zu dieser sicher herausfordernden Tätigkeit war sie auch führend bei der sozialistischen Jugend (SJ) tätig, von 1980-82 als Stellvertreterin eines gewissen Josef Cap.
  • Beide (Ederer und Cap) schafften es bereits 1983 in den Nationalrat, Angestellte der Arbeiterkammer blieb Ederer aber sicherheitshalber – man verzichtet ja nicht gerne auf eine Gage.
  • Unterbrochen wurde die Tätigkeit als Abgeordnete von 1992-1995. In dieser Zeit diente sie als Staatssekretärin unter Bundeskanzler Franz Vranitzky in einer SPÖ-ÖVP-Koalition.
  • Einer breiten Öffentlichkeit wurde sie bekannt, als sie im Zuge der EU-Beitrittskampagne 1994  versprach, dass jede Familie 1.000 Schilling mehr an Einkommen erhalten würde. Der „Ederer-Tausender“, auf den wir bis heute warten, war geboren. Laut Standard nun ein Synonym für die EU-Entäuschung der Österreicher, da eher das Gegenteil eingetreten ist.
  • 1997 wurde sie vom neuen SPÖ-Vorsitzenden Viktor Klima als SPÖ-Bundesgeschäftsführerin (1995-97) nach Wien als SPÖ-Stadträtin „entsorgt“.
  • Sicher nur wegen ihrer außergewöhnlichen (SPÖ-)Karriere wurde sie 2001 Vorstandsmitglied der Siemens AG Österreich – Erinnerungen an die erst kürzlich ganz ähnlich versorgte Lebensgefährtin des SPÖ-EU-Spitzenkandidaten Andreas Schieder, Wiens Ex-Sozialstadträtin Sonja Wehsely (hat ihren Siemens-Job sicher auch nur wegen ihrer außergewöhnlichen Qualifikation bekommen), werden wach.
  • Zahlreiche Aufsichtsratsjobs folgten, so auch jener in der ÖBB.
  • 2017 war die Aufregung groß, als Norbert Hofer als FPÖ-Verkehrsminister und Eigentümervertreter der ÖBB Ederer im Aufsichtsrat durch eine andere Person ersetzte. Auf so eine großartige SPÖ-Staatsmanagerin darf man doch nicht verzichten, schon gar nicht in der tiefroten ÖBB, einer Art Erbpacht der SPÖ. Oder vielleicht doch?

Wenn Sie auch „Staatsmanager“ mit einer außergewöhnlichen Karriere kennen, schicken Sie uns Ihre Informationen  anonym über folgendes Kontaktformular zu.

=

In dieser Serie bereits veröffentlicht:

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt unzensuriert mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: EASYATW1), ltd. Unzensuriert

Copy link