ÖVP-Klubobmann August Wöginger spricht mit dem patriotischen Online-Medium Info-Direkt und gibt dort linke Thesen von sich.

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ÖVP-Wöginger bekräftigt im „Info-Direkt“-Interview Abgehen von Asylwerber-Lehrlingsregelung

Nach Georg Dornauer (SPÖ-Tirol) und Sepp Schellhorn (Neos) hat auch der amtierende ÖVP-Klubobmann August Wöginger ein Ohr für die kritischen Fragen des patriotischen Online-Mediums Info-Direkt gefunden. Der oberösterreichische Abgeordnete und ÖAAB-Bundesobmann hat seine eigenen Wahrnehmungen zum Heimatbegriff und stößt neuerlich ins Horn jener linken Kreise, die unbedingt einen Stopp von Abschiebungen bei Asylwerber-Lehrlingen trotz negativer Asylbescheide wünschen.

„Neoprovinzialismus“ nach August Wöginger

Die von Wöginger angesprochene Heimatverbundenheit fällt in der verbalen Ausführung des sonst so wortgewandten ÖVP-Klubobmanns etwas mager aus. Da wird von der „Rot-Weiß-Rot“-Card fabuliert, und dass Österreich ein Exportland ist, und nebenbei, dass man Werte und Traditionen hochleben lassen muss. Welche Werte das sind, das bleibt der verbal nur mäßig „heimattrreue“ Wöginger schuldig:

Es geht darum, dass wir unsere Werte und unsere Tradition hochleben lassen. Darum, dass wir auch selber bestimmen können, wer in unser Land zuwandert und wer nicht. Wir sind dabei, die „Rot-Weiß-Rot“-Karte neu aufzustellen. Wir sind natürlich ein Exportland, aber wir wollen Österreicher und Österreicherinnen bleiben. Wir sind eine heimatverbundene, traditionsbewusste Partei – das hat Sebastian Kurz damit angesprochen.

Und dann geht sogar noch eine Art „Neoprovinzialismus“ mit dem türkis-schwarzen Wöginger durch, wenn er von Wien und den anderen Bundesländern und „seinem“ Innviertel zu sprechen beginnt:

Ja, natürlich, wenn man viel in Wien unterwegs ist, glaubt man, außerhalb von Wien gibt es kein Österreich. Es gibt aber auch acht andere Bundesländer, und das ist uns wichtig zu betonen. Wir leben da in ländlichen Regionen. Es macht einen Unterschied, ob ich im dritten Bezirk in Wien daheim bin, oder – so wie ich – aus dem Innviertel komme.

Wöginger: Abschiebestopp für Lehrlinge als „Pragmatismus“

Bei Asylwerber-Lehrlingen und deren gerechtfertigter Abschiebung nach dem Asyl- und Fremdenrecht gibt Wöginger den „Pragmatiker“ und will zur alten Linie unter Rot-Schwarz zurück, die auch von Rosarot und Grün unterstützt wird. Für mehr als 30.000 Asylberechtigte hingegen, die keiner Arbeit nachgehen, hat er keine Lösung:

Also wir haben da jetzt einen pragmatischen Zugang gewählt. Nämlich den, dass die 900 Asylwerber, die sich jetzt in einer Lehre befinden, die Lehre fertigmachen können und danach entschieden wird, ob sie da bleiben können, oder nicht.

Nein. Es geht nur darum, dass die betroffenen Personen ihre Lehre fertigmachen können. Wir haben nämlich auch 30.000 Asylberechtigte, die könnten morgen zu Arbeiten anfangen. Die sind zwar in Österreich ansässig, aber sehr unterschiedlich verteilt. Der Großteil davon lebt im Osten, in Wien, in den Ballungszentren. Es kann nicht sein, dass wir 30.000 Asylberechtige in Österreich haben, die wir aber nicht in die Arbeit bringen. Da braucht niemand jammern, dass es Asylwerber gibt, die die Lehre nicht abschließen können, weil das ist im Verhältnis dazu eine Minderheit.

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