Mit einem Güterzug aus Griechenland über Serbien dürften die Illegalen nach Österreich gekommen sein – ein klarer Fall für umgehende Rückschiebungen, sollte man meinen.

Schnitzel_bank / flickr.com (CC BY-ND 2.0)
„Balkan-Routen“-Sperre wird löchrig: 41 Illegale sprangen in OÖ aus Zug

In Edt bei Lambach (Oberösterreich, Bezirk Wels-Land) sind Dienstag am frühen Vormittag 41 illegale Migranten aufgegriffen worden. Die vorwiegend jungen Männer sollen mit einem Güterzug aus Serbien gekommen sein. Genaueres wird noch ermittelt. Der Alarm wurde in der Früh auf der Regionalbahnstrecke zwischen Lambach und Vorchdorf (Bezirk Gmunden) ausgelöst. Dort waren mehrere Personen entlang der Gleise zu Fuß unterwegs. Der Zugverkehr wurde wegen der Gefahr umgehend gestoppt und die Polizei alarmiert.

Zug kam aus Griechenland über Serbien

Dabei stellte sich heraus, dass in einem Waldstück Dutzende Personen herumliefen. Es soll sich laut Polizei vorwiegend um junge Männer handeln, die offensichtlich als „Flüchtlinge“ illegal mit einem Güterzug gekommen sein dürften. Der Zug war in Griechenland gestartet, die jungen Männer sollen nach ersten Angaben bei einem Zwischenstopp in Serbien in die Container geklettert sein. In Lambach verließen sie den Zug, kurz bevor der in ein Firmengelände einfuhr, und wollten zu Fuß weiter.

Illegale sollen aus Syrien und Afghanistan stammen

Im Laufe des Vormittags wurden bereits mehr als 30 Personen aufgegriffen. Sie wurden vorerst in ein provisorisch eingerichtetes Lager im Veranstaltungszentrum Edt bei Lambach gebracht und dort erstversorgt. Die meisten der Illegalen sollen aus Afghanistan und Syrien stammen. Ihre genaue Herkunft sowie ihr eigentliches Ziel müssen noch erhoben werden.

Einreise aus sicherem Drittland kein Asylgrund

Gemäß internationaler Abkommen wie der Genfer Flüchtlingskonvention sind Kriegsflüchtlinge zwar schutz- aber nicht asylberechtigt. Aber auch wenn diese Verfolgung aus politischen, religiösen oder ethnischen Gründen geltend machen wollen, steht ihnen kein Asyl zu, wenn sie aus einem sicheren Drittland kommen. Und das tun sie in diesem Fall sogar mehrfach. Somit bliebe den österreichischen Behörden – bei Einhaltung der Gesetze – eigentlich nur eines übrig: Die Herrschaften in jenes sichere Drittland, aus dem sie eingereist sind, rückzuschieben.

Genau das hatte Ex-Innenminister Herbert Kickl gemeint mit dem Ziel, eine „Null-Migration“ in Österreich anzustreben. Österreich ist umgeben von sicheren Ländern, daher kann hier legal keiner Asyl bekommen, denn dafür ist das erste sichere Land zuständig, in das der Flüchtling gelangt.

Wir sind gespannt, was die Behörden in diesem Fall unternehmen.

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