Die Frankfurter Carl-Schurz Schule gewann in einem Umwelt-Wettbewerb den ersten Preis. Nun stehen 33 Schüler vor ihrer Abschlussreise – mit einem stinkenden “Aida”-Kreuzfahrtschiff.

Stefan Bellini / Wikimedia (CCO)
So sieht “FridaysForFuture” in der Praxis aus: Gymnasiasten planen Kreuzfahrt als Abschlussreise

Seit mehr als einem Jahr demonstrieren die Schüler des Frankfurter Carl-Schurz-Gymnasiums Freitags mit Greta Thunbergs Klima-Bewegung “FridaysForFuture”. Einige Schüler der Schule, die vor kurzem mit einem Umwelt-Preis der Bundesregierung ausgezeichnet wurde, planen nun ihre Abschlussreise – an sich nichts Ungewöhnliches, doch die extravaganten Reisepläne der Gymnasiasten sorgen nun bundesweit für Aufsehen.

Klima-schädliche Kreuzfahrt statt Fahrrad-Tour

Zieht es die meisten Schüler auf ihrem letzten Schulausflug oft nach Berlin, Paris oder Brüssel (und das nicht selten mit Bus und Bahn), planen die Frankfurter Schüler eine besonders luxuriöse Reise: Mit dem Kreuzfahrtschiff “Aida” wollen 33 Schüler von Kiel über Oslo nach Kopenhagen reisen. Besonders pikant ist dabei nicht nur das fehlende Umweltbewusstsein der Gymnasiasten, sondern auch, dass die Schule der reiselustigen Abiturienten erst im August von Bundesumweltministerin Svenja Schule mit dem ersten Preis des bundesweiten Wettbewerbs “Umwelt macht Schule” ausgezeichnet wurde. Ausgehen soll diese Reiseidee vom Studienleiter der Schule, Michael Winn, der die fünftägige Kreuzfahrt organisierte.

Dass die “umweltbewusste Schule” bei sich selbst andere Maßstäbe anlegt, wenn es um klimafreundliches Reisen geht, bestätigt auch Winn. Das Problem des großen CO2-Ausstoßes durch eine solche Kreuzfahrt mit 33 Schülern sei ihm zwar bewusst – aber die vorgeschlagenen Alternativen wie eine Fahrrad-Tour nach Wanne-Eickel oder eine Fahrt nach Würzburg war den Greta-Anhängern auch nicht recht.

“Man kann den Kindern ja Kultur und Wissenschaft nicht vorenthalten”

Beschlossen ist die Kreuzfahrt jedenfalls, und keiner der Schüler der Carl-Schurz-Schule wird zu Hause bleiben, schließlich ginge es dabei ja auch um “Kultur und Wissenschaft”, so Studienleiter Winn. Auch das “unschlagbare” Preis-Leistungsverhältnis von gerade einmal 390 Euro pro Person für die zerstörerische Reise der jungen Schüler soll ein ausschlaggebendes Argument gewesen sein.  Ganze 1.250 Kilogramm an Kohlenstoffdioxid sollen laut dem Kasseler Universitäts-Professor  Klaus Vajen pro Kopf dabei ausgestoßen werden. Die Leitung der von Umweltministerin Schulze ausgezeichneten Carl-Schurz-Schule scheint das jedoch nicht weiter zu stören: Für den Schulleiter Hans-Ulrich Wyneken ist die Kritik daran lediglich eine “symbolische Attacke” und “emotionale Reaktion” auf die hysterischen Klima-Diskussionen.

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