Weil Niki Lauda gegen die Abschaffung der „Grid-Girls“ in der Formel eins war, beschimpfte ihn eine Grüne Bezirksrätin als „sexistisch“.

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Grüne Bezirksrätin beschimpft toten Niki Lauda als „sexistisch“

Seit Bezirksvorsteher Paul Stadler von der FPÖ im Amt ist, werden Anträge der Parteien im Bezirksparlament Simmering zumeist einstimmig beschlossen. Eine neue Parkbank da, ein neues Wartehäuschen dort! Wer kann schon was dagegen haben, wenn es um das Wohl der Bevölkerung geht?

Park im Gasometer-Vorfeld nach Lauda benennen

Manchmal kann es aber ganz schön rund gehen in so einer Sitzung der Bezirksräte. Am 18. September zum Beispiel: Da sorgte ein an und für sich harmloser Antrag eines ÖVP-Bezirksrates, der vorschlug, den so genannten Zentralpark im Gasometervorfeld nach dem kürzlich verstorbenen dreimaligen Formel-eins-Weltmeister Niki Lauda zu benennen, für große Aufregung.

Lauda gegen Abschaffung der „Grid-Girls“

Während sich die meisten Bezirksräte fragten, welche Beziehung Herr Lauda zu Simmering habe, mit Ausnahme, dass er mit seinen Flugzeugen über den elften Bezirk geflogen ist, drehte die grüne Bezirksrätin Verena Kroboth richtiggehend durch. Sie beschimpfte Niki Lauda als „sexistisch“, weil sich dieser seinerzeit gegen die Abschaffung der sogenannten „Grid-Girls“ ausgesprochen hatte.

Frauen keinen Gefallen getan

Unter einem „Grid-Girl“ versteht man eine (meist fesche) Hostess, die als fester Bestandteil des Streckenpersonals im Motorsport zu Promotionszwecken eingesetzt wird. Niki Lauda sagte 2018 der österreichischen Tageszeitung Der Standard, er halte diese Entscheidung für „völlig unverständlich“ und hoffe auf „Möglichkeiten, dass der Beschluss noch rückgängig gemacht wird.“ Mit der Abschaffung der Grid-Girls hätte der Formel-eins-Eigentümer Liberty Media mit einer Tradition gebrochen und auch den Frauen keinen Gefallen getan.

Kubica „rassistisch beschimpft“

Bezirksrätin Kroboth nannte als weiteren Ablehnungsgrund, Niki Lauda mit einer Benennung eines Parks zu würdigen, dass die Situation der Arbeitnehmer in dessen Unternehmen umstritten gewesen seien und dass Lauda den Formel-eins-Rennfahrer Robert Kubica 2010 „rassistisch beschimpft“ habe.

Tatsächlich passierte Lauda damals im Zuge einer Analyse für den deutschen Fernsehsender RTL ein Fauxpas, als er sagte: „Mark Webber wird vorwegfahren, und dann geht´s um Vettel gegen den Polacken“. Mit dem „Polacken“ meinte Lauda den Polen Robert Kubica, der bei diesem Rennen auf Startplatz zwei stand.

Entschuldigung bei „Pollacken“ Kubica

Lauda korrigierte sich aber sofort: „Das war doch nicht böse gemeint“. Außerdem hatte sich Lauda am nächsten Tag auch bei Kubica persönlich für seine Aussage entschuldigt.

Am Schluss war die ganze Aufregung der Grünen ohnehin umsonst. Dem ÖVP-Antrag auf Benennung des Parks nach Niki Lauda stimmten ohnehin nur die Schwarzen zu, weshalb er in der Bezirksvertretungssitzung Simmering mehrheitlich abgelehnt wurde.

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