Musste sich der ORF auf Weisung aus der ÖVP-Zentrale bei Robert Lichal entschuldigen?

© Parlamentsdirektion / Bildagentur Zolles KG / Jacqueline Godany
„Tatort“: Staatssender muss sich bei Ex-Minister Lichal entschuldigen

Eine Woche vor der Nationalratswahl erhöht sich offensichtlich der Druck auf den Staatssender ORF in parteipolitischer Art und Weise massiv. In einer Aussendung musste sich jetzt das „Tatort“-Team für die Sendefolge „Tatort – Wahre Lügen“(ORF-Ausstrahlung am 13. Jänner 2019) beim ehemaligen ÖVP-Verteidigungsminister Robert Lichal entschuldigen. Und das liest sich im ORF-Jargon so:

Im ORF-„Tatort – Wahre Lügen“ (ORF-Ausstrahlung am 13. Jänner 2019) kam historisches Bild- und Nachrichtenmaterial zum Einsatz, das den ehemaligen Bundesminister für Landesverteidigung und späteren Nationalratspräsidenten Dr. Robert Lichal abbildete. Eingebettet in die fiktionale Handlung wurde im Rollendialog die Behauptung aufgestellt, dass Dr. Lichal als Minister zurücktreten musste. Redaktion und Produktion bedauern, dass damit eine historisch falsche Erklärung abgegeben wurde, weil Dr. Lichal nicht zurücktreten musste und auch nicht zurückgetreten ist.
„Tatort“-Team ändert Filmpassagen.

Ganz in Manier von Georg Orwells „1984“ ändert daher das „Tatort“-Team die Filmpassagen:

Weder war jegliche Ehrenrührigkeit beabsichtigt, noch sollte eine Nähe zum im Film thematisierten Fall insinuiert werden. Die betreffenden Filmpassagen werden dahingehend entsprechend geändert.

Oerlikon-Skandal mit Ministersekretär Spindelegger

In die Zeit von ÖVP-Verteidigungsminister Robert Lichal war Michael Spindelegger, nachmaliger Außen- und Finanzminister, ÖVP-Bundesparteiobmann und großer, „väterlicher“ Freund und Förderer von Sebastian Kurz, Ministersekretär. Und in dieser Zeitspanne, wo Lichal und Spindelegger im Verteidigungsministerium werkten, kam es zum sogenannten Oerlikon-Skandal um die Beschaffung von Munition.

Gewöhnlich gut informierte Kreise werden jedenfalls den Eindruck nicht los, dass man hier mutmaßlich auf Weisung aus der ÖVP-Zentrale gehandelt haben könnte, um Ex-Kanzler Kurz milde zu stimmen.

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