Kapitänin Rackete und ihre NGO haben möglicherweise „Schutzsuchende“ nach Lampedusa gebracht, denen Mord, Folter und Vergewaltigung zur Last gelegt wird.

Wikimedia / Paul Lovis Wagner / Sea-Watch.org (CC BY-SA 4.0)
„Sea Watch“ kann es nicht ausschließen: Kapitänin Rackete soll Mörder und Vergewaltiger nach Europa gebracht haben

Mit der „Sea-Watch 3“, dem „Rettungsschiff“ unter dem Kommando der umstrittenen deutschen Kapitänin Carola Rackete, sind möglicherweise mehrere illegale Migranten nach Europa eingeschleppt worden, die in Libyen schwerste Verbrechen begangen haben. Auch der Pressesprecher der „Sea-Watch“ kann nicht ausschließen, dass Verbrecher auf dem Rackete-Schiff nach Italien kamen.

Ehemalige Opfer wollen ihre Peiniger erkannt haben

Wie die italienische Tageszeitung il Giornale zuerst berichtete, sollen die drei Verdächtigen von ihren ehemaligen Opfern erkannt worden sein, als letztere mit einem italienischen Schiff an Festland gingen. Den drei Nordafrikanern wurde laut oe24.at im September von der Polizei in einer Pressemitteilung vorgeworfen, in einem libyschen Asylantenlager ihre Opfer vergewaltigt, gequält und zum Teil sogar ermordet zu haben:

 Die Migranten wurden systematisch schikaniert und Gräueltaten ausgesetzt – durch wiederholte und ständige körperliche Gewalt.

Zu den Foltermethoden der Afrikaner sollen unter anderem Elektroschocks und Schläge mit Stöcken gehört haben, sogar Schüsse sollen dabei gefallen sein. Von der Polizei aufgegriffen wurden die Asylbewerber dann schließlich in Messina, nachdem sie in ihrem Aufnahmelager auffällig wurden.

„Sea Watch“-NGO weiß nicht, wen sie nach Europa bringt

Wie jetzt bekannt wurde, waren die Verdächtigen am 29. Juni in Lampedusa angekommen. Da auch die „Sea-Watch 3“ unter Kapitänin Rackete an diesem Tag ohne Genehmigung mit den illegalen Einwanderern in denselben Hafen einfuhr, liegt also die Vermutung nahe, dass dabei die mutmaßlichen Verbrecher nach Italien – und damit Europa – gekommen sind. Selbst der Sprecher der „Rettungs“-NGO, Ruben Neugebauer, kann dies nicht ausschließen, wie er gegenüber der dpa mitteilte:

Wir können das nicht ausschließen, haben aber selbst keine gesicherten Informationen dazu. […] Wir können nicht scannen, wer die Leute sind. Die kommen ohne Pässe […]

Da Folter und Vergewaltigung in libyschen Asylantenlagern aber keine Seltenheit sei, könne es laut Neugebauer durchaus möglich sein, dass auch die Täter solcher Verbrechen mit der „Sea-Watch“ nach Europa gekommen sind. Immerhin: Der Sprecher der Migrations-NGO findet es „sehr wichtig, dass dem nachgegangen wird“.

Salvini fordert Entschuldigung von Rackete

Auch der ehemalige italienische Innenminister Matteo Salvini hat sich zu den Vorwürfen gegen Rackete bereits zu Wort gemeldet und fordert via Twitter eine Entschuldigung von der 31-jährigen Deutschen, gegen die zur Zeit in Italien wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung ermittelt wird:

Sie hat nicht nur gegen Gesetze verstoßen und ein Patrouillenboot der Guardia di Finanza gerammt: Am 29. Juni hat Carola Rackete mit der Sea Watch 3 drei Einwanderer in Italien abgeladen, denen Gewalt, Vergewaltigung, Entführung und Mord vorgeworfen wird.

(Übersetzung von unzensuriert)

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