Mit einem Messer ermordete ein Einwanderer vier Polizeibeamte in Paris.

TheDraco / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
Lückenpresse: Herkunft des Pariser Messermörders für Medien nicht relevant

Am Donnerstag waren in Paris in der Polizeipräfektur vier Menschen mit einem Messer getötet worden. Der mutmaßliche Täter wurde nach dem Angriff im Hof des riesigen Gebäudes erschossen.

Unvollständige Berichterstattung

Unmittelbar nach der Tat wurde versucht, die Tat als außer Kontrolle geratenen Streit unter Kollegen darzustellen. Aufgrund des Namens des Täters war auch für die Öffentlichkeit der Schluss auf einen Einwandererhintergrund nicht naheliegend. Der Angreifer stammt aus Martinique, einem ehemaligen französischen Kolonialgebiet, jetzt „France outre-mer“, und war kein Franzose. Er lebte mehrere Jahre im Pariser Umland.

Frankreichs Innenminister Christophe Castanter (LREM, La republique en marche, Partei von Macron) betonte noch am Donnerstag, der Mann wäre noch nie negativ aufgefallen und dass alle völlig überrascht wären, ja dass er auch die Sicherheitsüberprüfungen, die er wegen seiner Verwendung im geheimdienstlichen Bereich (DRPP – Direction du Renseignement de la préfecture de police de Paris) absolvieren musste, bestanden hatte. Kollegen berichteten einzig, dass er nicht viele Freunde gehabt hätte. Der Angreifer soll jedoch ein „Problem mit Hierarchien“ gehabt haben, insbesondere mit einer Vorgesetzten, erklärte ein Sprecher der Polizeigewerkschaft. Diese Vorgesetzte soll er auch angegriffen haben.

„Allah akbar“

Am Tatabend dringt dann durch, dass der Täter vor 18 Monaten zum Islam konvertiert sein soll und dass dessen arabischstämmige Frau, die der Grund für diese religiöse Entscheidung gewesen sein soll, festgenommen wurde.

Tags darauf dringen nach und nach weitere Details über den Tathergang und die Vorgeschichte des Täter nach außen: Zunächst stellt sich heraus, dass der Täter bereits im Jahr 2008 zum Islam konvertiert ist, weiters, dass dieser bereits im Jahr 2015 im Zusammenhang mit den Mordanschlägen auf Charlie Hebdo Gegenstand einer Meldung gewesen ist, weil er diese gerechtfertigt hätte. Des Weiteren, dass er den Kauf der Mordwaffe seiner Frau per SMS berichtet und diese mit „Nur Gott/Allah wird Dich richten“ geantwortet hat. In den letzten Monaten war der Täter außerdem mit salafistischen Netzwerken in Kontakt und äußerte vor kurzem den Wunsch, keinen Kontakt mehr mit Frauen ausgesetzt zu werden.

Angst vor Einwanderungsdebatte

Seit Freitagabend ermittelt die französische Justiz unter dem Titel eines Terroranschlages und nicht, wie zunächst offenbar politisch erwünscht, wegen Mordes. Der Chefredakteur von valeursactuelles berichtet in einem Tweet, dass die Politik dies zu verhindern suchte, um Ängste im Zusammenhang mit der Einwanderungsdebatte zu vermeiden.

Die Oppositionspolitikerin Marine Le Pen verlangt angesichts des umfassenden Staatsversagens sowohl einen Untersuchungsausschuss sowie eine allgemeine Enquete betreffend der Unterwanderung der Sicherheitsdienste durch Islamisten.

Dem österreichischen Beobachter kommen hier Erinnerungen an die Amokfahrt von Alen R. 2015 in Graz hoch: Auch hier wussten die Behörden, dass der Täter psychisch gestört wäre, noch bevor überhaupt ein Psychologe mit dem Täter ein Gespräch führen hätte können.

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