Die Kirche von Konjevic Polje ist Zankapfel zwischen Christen und Moslems.

Marko Sarajevo / Wikimedia (PD)
Kirche muss auf Geheiß von Straßburg abgerissen werden

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hat eine weitreichende Entscheidung gefasst: In Bosnien-Herzegowina muss eine serbisch-orthodoxe Kirche 21 Jahre nach ihrer Errichtung wieder abgerissen werden.

Die Kirche war drei Jahre nach Ende des Bosnien-Krieges 1992-1995 in der Gemeinde Konjevic Polje auf dem Grund einer 1993 vertriebenen moslemischen Familie errichtet worden. Rund 20 Angehörige der moslemischen Familie sollen zudem beim Massaker von Srebrenica, das 20 Kilometer von Konjevic Polje entfernt liegt, im Jahr 1995 getötet worden sein.

31.000 Euro Schadenersatz und Rückgabe der Grundparzelle

Der Staat Bosnien-Herzegowina muss nun binnen drei Monaten den Moslems ihr Grundstück quasi „besenrein“ und damit ohne Sakralbau wieder zurückgeben und darüber hinaus 31.000 Euro Schadenersatz an die Familienmitglieder der ursprünglichen Grundeigentümer bezahlen.

Der Rechtsstreit über die Kirche auf fremdem Grund dauerte 19 Jahre. Seit 2000 prozessierten die Moslems gegen den Kirchenbau. Im Jahr 2004 hatte es deshalb tätliche Auseinandersetzungen in Konjevic Polje zwischen Bosniaken und Serben um den Weiterbestand der Kirche gegeben. Jetzt befürchtet man neue Ausschreitungen, wenn die Kirche tatsächlich geschliffen wird.

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