Kramp-Karrenbauer kämpft gegen Umfragewerte und eigene Parteimitglieder.

Sandro Halank / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Werte-Union und JU: Stille Revolution von unten gegen Merkel und ihre Vertrauten

Nicht nur, weil die Umfragewerte für Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) als mögliche CDU-Kanzlerkandidatin schlecht sind. Nur 29 Prozent bei einer aktuellen Befragung wünschen sich, dass die CDU-Parteichefin und Verteidigungsministerin eine „wichtige Rolle“ in der Politik spiele. AKK steht vor allem für die Fortsetzung des linken Merkel-Kurses. Wohl deshalb fordert die innerhalb der CDU als konservativ geltende Gruppierung der Werte-Union einen Mitgliederentscheid darüber, wer als Kanzlerkandidat in die nächste Bundestagswahl führe.

SPD-Ausstieg als Ausrede

Beim CDU-Parteitag Ende November soll ein entsprechender Antrag eingebracht werden. Der Vorsitzende der Werte-Union, Alexander Mitsch, erklärt das Ansinnen gegenüber der Passauer Neuen Presse damit, dass die CDU vorbereitet sein sollte für den Fall, dass die SPD vorzeitig aus der derzeitigen Regierungskoalition aussteige. Mitsch schiebt also die SPD vor, um von der innerparteilichen Palastrevolution abzulenken.

Aufstand gegen Merkel-Kurs

Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, hat die Werte-Union im Internet einen Vordruck freigeschaltet, auf der sich Parteimitglieder für den Mitgliederentscheid aussprechen können. Auch die CDU-Jugendorganisation „Junge Union“ (JU) will sich auf ihrem Deutschlandtag am kommenden Wochenende mit der Kanzlerfrage befassen. Die JU betont allerdings, dass der nächste Kanzlerkandidat „gleichberechtigt und gemeinsam“ mit der CSU bestimmt werden soll.

Rechte Parteibasis gegen linke Funktionärskaste

Die Werte-Union und die Junge Union begehren also gegen Angela Merkel und ihre Vertrauten auf und versuchen eine stille Revolution mit Hilfe der echten Parteibasis, also der Mitglieder. AKK war auf einem Parteitag gewählt worden, wo sich die Delegierten, zumeist handverlesene Funktionäre und Mandatsträger, ihren Wunschkandidaten aussuchen. Beide Parteiorganisationen wissen, dass die einfachen Parteimitglieder den Linksschwenk der Unionspartei deutlich weniger als die Funktionärskaste mitgemacht haben.

Abzuwarten bleibt, ob die Wähler nicht längst eine Alternative gefunden haben, die ohne Wenn und Aber konservative Politik vertritt.

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