Manfred Haimbuchner startete die Petition „Deutsch als Schulsprache“.

Pressestelle BFK / Wikimedia CC BY 2.0
Als wäre man in einem fremden Land! Österreicher wollen Deutsch in der Pause

Eine Petition an das Bildungsministerium soll sicherstellen, dass an österreichischen Schulen in den Pausen Deutsch gesprochen wird. Das klingt, als wäre man in einem fremden Land. Wer aber in die Klassenzimmer Österreichs schaut, muss erkennen, wie wichtig eine solche Maßnahme ist.

Haimbuchner als Initiator der Petition

Initiator der Aktion ist der freiheitliche Landeshauptmann-Stellvertreter in Oberösterreich, Manfred Haimbuchner. Er begründet seine Petition so:

Als Landeshauptmann-Stellvertreter und Familienreferent des Landes Oberösterreich ist es mir daher ein besonderes Anliegen, die Vermittlung der deutschen Sprache im schulischen Alltag bestmöglich zu verwirklichen. Dafür ist vor allem das Prinzip „Schulsprache Deutsch“ ein geeignetes Mittel.

Die Umsetzung dieser Maßnahme würde einen wichtigen Beitrag zur besseren Integration, Leistungsförderung und Kommunikation darstellen.

Hatten im Schuljahr 2009/2010 noch 19% der Pflichtschüler in Oberösterreich nicht Deutsch als Muttersprache, so sind es knapp zehn Jahre später bereits 28% (Quelle: Landesschulrat OÖ).

Daher appelliere ich an die Bundesregierung, diese Forderung umzusetzen!

Bundesgesetz muss angepasst werden

Tatsächlich bietet die aktuelle Gesetzeslage keine Möglichkeit, die Verwendung der deutschen Sprache in den österreichischen Schulen verpflichtend vorzusehen. Dazu müssten Bundesgesetze angepasst werden.

Dass dies aus juristischer Sicht bedenkenlos möglich ist, zeigt das Rechtsgutachten zweier unabhängiger Verfassungsrechts-Experten der Universität Innsbruck. Peter Pernthaler und Markus Juranek haben in ihrem Gutachten umfassend dargelegt, dass der verpflichtenden Verankerung des Prinzips „Schulsprache Deutsch“ aus rechtlicher Perspektive nichts entgegensteht. Das Rechtsgutachten widerlegt insbesondere die Bedenken der grund- und somit verfassungsrechtlichen Zulässigkeit dieser Regelung.

Sprachenwirrwarr auf dem Schulhof

Dass es derzeit ein regelrechtes Sprachenwirrwarr in den Schulen gibt, hebt auch der ganz aktuelle Integrationsbericht hervor, worin es heißt: Für sehr viele Schüler ist Deutsch nicht mehr die Umgangssprache.

Auch der Standard schreibt über versäumte Assimilation:

Laut Integrationsbericht hinkt Österreich bei der Assimilation im Sprachgebrauch im Vergleich zu EU und OECD nach. Während die zweite Generation an Migranten in EU und OECD nur noch zu 40 Prozent eine andere Umgangssprache als die Unterrichtssprache hat, verringert sich bei uns der Anteil jener Migranten, die zu Hause in der Muttersprache sprechen, nur ganz leicht von 77 auf 73 Prozent.

Türkisch als Umgangssprache in Favoriten

Es überrascht wenig, dass etwa in den Favoritener Volksschulen Türkisch zu 26 Prozent die Umgangssprache ist. Das kritisiert auch die rote Gewerkschafterin und nunmehrige Kronenzeitung-Kolumnistin Susanne Wiesinger, die gerade im 10. Wiener Gemeindebezirk die Situation gut kennt:

Natürlich gibt es Schüler, die zwei Sprachen fließend sprechen. Viele, die hier geboren sind, tun dies nicht. Selbst einfache Texte bereiten ihnen Schwierigkeiten. Was das für sie wie auch unsere Gesellschaft bedeutet, wird selten erwähnt.

Dramatische Situation an Wiener Schulen

Wie dramatisch die Situation vor allem in Wiener Schulen ist, zeigt auch ein Beispiel in Simmering. In der dortigen Islamschule, die rückwirkend Öffentlichkeitsstatus bekam und zuvor nur nach konfessionellem Recht unterrichten durfte, sind bei einer Externistenprüfung die Hälfte der Schüler durchgefallen. Sie konnten nicht einmal die chemische Formel für Wasser benennen.

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