Die Universität Innsbruck provoziert mit einer gewagten „Kunstinstallation“ an ihrem Ehrenmal – der Sinn erschließt sich allerdings nur wenigen.

Screenshot Universität Innsbruck / YouTube
„Welche Ehre?“: Freiheitliche Studenten entsetzt über Verschandelung des Uni-Innsbruck-Ehrenmals

Am vergangenen Freitag präsentierte die Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (LFU) voller Stolz die umstrittene Installation am Ehrenmal der Hochschule: Das Denkmal trägt auf drei Seiten Beschriftungen mit den Worten „Ehre“, „Freiheit“ und „Vaterland“, dem Wahlspruch der Deutschen Burschenschaft. In der Installation wurden die drei genannten Begriffen in roter Farbe jeweils um die Zusätze „welche (Ehre)“, „welche (Freiheit)“ und „welches (Vaterland)“ ergänzt. Die Freiheitlichen Studenten in Tirol protestieren gegen die Verschandelung des historischen Denkmals.

Bruch mit historischen Werten

Nicht nur wurden „Ehre“, „Freiheit“ und „Vaterland“ um die blutverschmierten Schriftzüge erweitert, auch wurde dem auf dem Ehrenmal thronenden Adler eine weiße Rose zu Füßen gelegt. Der Landesobmann des Rings Freiheitlicher Studenten in Tirol (RFS Tirol), Fabian Walch, distanziert sich von der Verunstaltung des Monuments und sieht darin einen „Tiefpunkt“ der diesjährigen Feierlichkeiten der LFU zu ihrem 350-jährigen Jubiläum.

Die weiße Rose als Symbol für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus finde ich gelungen und stimmig. Wenngleich die Frage bleibt, ob dies unbedingt am historisch völlig unbelasteten Ehrenmal angebracht werden musste. Anders stellt es sich mit der blutverschmierten Schrift dar, die eine einzige Verschandelung ist.

Walch betont, dass die Intention, die die Universität Innsbruck mit dieser „Kunstinstallation“ verfolgt, unklar bleibt:

Will die Universität behaupten, dass wir in einer ehrlosen Republik leben? Will die Universität behaupten, dass wir eine unfreie Demokratie haben? Und woher bezieht die Universität ihre Gelder, wenn sie das Vaterland leugnen will?

Welche Ehre, welche Freiheit, welches Vaterland?

Trotzdem greift Walch in einer Pressemitteilung die provokanten Fragen der Installation auf und lädt die Innsbrucker Hochschule dazu ein, sich dem akademischen Diskurs in dieser Angelegenheit nicht zu verweigern:

Welche Freiheit? Für uns ganz klar die erkämpften Freiheitsrechte, für die die freiheitlichen Studenten zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kämpften. Die Freiheitsrechte sind Grundfeste unseres demokratischen Gemeinwesens. Wir beobachten mit Sorge, dass sich gerade die Universität instrumentalisieren lässt und kritisieren, dass besonders die Meinungsfreiheit massiv unter Druck geraten ist.

Welche Ehre? Auch das fragen wir uns. Wir schämen uns stellvertretend für das, was aus unserer Alma Mater geworden ist, nämlich eine Brutstätte für linksextremistisches Gedankengut und ein Rekrutierungsreservoir für zerstörerische Politströmungen. Dort schaut die Universität wortlos zu und entehrt sich damit selbst.

Welches Vaterland? Das hat sich in der Geschichte der Universität durchaus geändert. Dennoch ist allen klar, dass unsere Heimat Österreich gemeint ist. Dem widerspricht auch die Anerkennung der Tatsache nicht, dass wir Teil des deutschen Sprach- und Kulturraumes sind und natürlich auch zur europäischen Völkerfamilie gehören. Die Universität scheint dieses Faktum allerdings negieren zu wollen.

 

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