Kokain wird in Berlin über sogenannte „Callcenter“ bestellt und durch eigene „Taxler“ den Konsumenten zugestellt.

DEA Drug Enforcement Agency, US government Web site / Wikimedia (PD)
Berlin: „Kokain-Taxis“ versorgen nach Bestellung Konsumenten mit Drogen

Immer schräger geht es in der Berliner Suchtgiftszene zu. Um den wachsenden Bedarf von Drogenkonsumenten nach „Stoff“ rasch befriedigenden zu können, sind sogenannten „Kokain-Taxis“ unterwegs. Drogen-Dealer, die auf das Kokain-Geschäft spezialisiert sind, liefern die Drogen nach einem Anruf oder SMS an die angegebene Zustelladresse. Dies wird in Zeitspannen zwischen 15 und 30 Minuten erledigt. Allein im Zeitraum Mai bis Oktober 2019 ist die Berliner Polizei bereits in 35 Ermittlungsverfahren einzelnen „Kokain-Taxlern“ auf der Spur, wie das Online-Magazin rbb24 berichtet.

Drogen-Kuriere auf Visitenkarten getarnt als „Gemüse-Lieferanten“

Bei einzelnen Mobilfunknummern, die mutmaßlichen Drogen-Dealern zuzurechnen sind, sollen täglich Bestellungsvolumen im dreistelligen Bereich eingegangen sein. Das Drogengeschäft wird dann jeweils im vorfahrenden Auto durchgeführt, gesteuert werden die illegalen Kurierfahrten von sogenannten „Kokain-Callcenters“. Die jeweiligen Telefonnummern finden sich etwa auf Visitenkarten, die im Umfeld von Clubbings oder Musikveranstaltungen verteilt werden – oftmals getarnt als günstige „Gemüselieferanten“.

„Volksdroge“ Kokain – Konsum in Berlin in vier Jahren verdoppelt

Seit rund drei Jahren ist die Berliner Drogenszene in ihrem Konsumverhalten auf Kokain in großem Stil umgeschwenkt. Die Konsumenten sind längst keine reichen Müßiggänger oder ausgeflippten Nachtschwärmer mehr. Polizei und Drogenberatungsstellen verzeichnen mittlerweile weit verbreiteten Kokain-Konsum selbst in der Mittelschicht, bei Geschäftsleuten, Unternehmern oder Büroangestellten. Wie Untersuchungen der TU Dresden im Berliner Abwasser ergaben, hat sich die Menge des konsumierten Kokains in Berlin von 2014 bis 2018 verdoppelt.

Nach Heroin ist Kokain bereits die zweithäufigste Todesursache in der Berliner Drogenszene. Nach offiziellen Statistiken der Gesundheitsbehörden und der Polizei starben im Jahr 2016 noch 21 Menschen an den Folgen von Kokain-Missbrauch, im Vorjahr waren es bereits 35 Personen, im ersten Halbjahr 2019 waren es bereits 25 Tote.

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