Langzeitstudentin Sigrid Maurer wird „geschäftsführende Parlamentarierin“ des wiederauferstandenen Grünen Parlamentsklubs.

Dominik Butzmann / re:publica / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
Langzeitstudentin Sigrid Maurer wird „geschäftsführende Parlamentarierin“

In der heute, Dienstag, stattgefundenen Klubsitzung der Grünen wurden wichtige Personalentscheidungen getroffen. Eine davon ist die Wahl von Sigrid Maurer zur „geschäftsführenden Parlamentarierin“ des Grünen Parlamentsklubs.

15.000 Euro für 34-jährige Studentin? 

Diese Funktion gibt es offiziell aber gar nicht. Tatsächlich ist das eine Konstruktion der Grünen, die es schon unter Eva Glawischnig mit Dieter Brosz gab, offensichtlich in der typisch linken Intention, die Gleicheren unter den Gleichen (zumindest am Papier) nicht zu ungleich zu machen. In jeder anderen Partei wäre das der geschäftsführende Klubobmann, und der hätte dann Anspruch auf das Klubobmanngehalt in der Höhe von 15.182,50 Euro (um 70 Prozent mehr als „einfache“ Abgeordnete).

Dann würde aber dem Klubobmann Werner Kogler nur das „einfache“ Abgeordnetengehalt von mickrigen 8.930,90 Euro zustehen. Erst wenn Kogler in ein Ministeramt wechselt, wäre der Weg für Maurer zur 15.000-Euro-Gage frei. Ein schönes Gehalt für eine mittlerweile 34-jährige Langzeit-Studentin. Immerhin – im Gegensatz zu ihrem ÖVP-Klubobmann-Kollegen und möglichen nächsten Regierungspartner Sebastian Kurz hat sie zumindest nach mehr als zehn Jahren einen Bachelor-Abschluss in Soziologie geschafft.

Maurer patzt Nicht-Akademiker Kurz an

In einem Interview im Wiener meint sie zu ihrem Studienerfolg:

Ich habe mein Soziologiestudium abgeschlossen und mache gerade meinen Master. Ich bin seit meinem 16. Lebensjahr erwerbstätig und habe mit Arbeit mein Studium finanziert. Das unterscheidet mich zum ­Beispiel vom Herrn Kanzler.

Wie hat es der gemacht?
Gehackelt hat er während seines Studiums jedenfalls nichts, und ­abgeschlossen hat er bekanntlich auch nicht …

Wie gefällt Ihnen der neue Kanzler?
Na, das ist der Orban-Verschnitt schlechthin.

Wie will ÖVP weiterhin Mitte-Rechts-Kurs fahren? 

Spannend wird sein, wie mit der bekennenden „Willkommensklatscherin“ Maurer der Kurs von Türkis-Blau in der Einwanderungspolitik, so wie von Kurz im Wahlkampf versprochen, mit Türkis-Grün fortgesetzt wird. Als Klubobfrau ist sie die zentrale Figur bei sämtlichen Verhandlungen, muss sie doch die Zustimmung jeglicher Gesetzesbeschlüsse im grünen Klub sicherstellen.

In ein Profil-Interview meint sie auf die Frage: „Auf ihrem Facebook-Profil steht weiterhin: „Refugees welcome – kein Mensch ist illegal.“ Soll jeder, der es nach Österreich schafft, bleiben dürfen?“

Ein Flüchtling ist ein Mensch. Kein Mensch kann illegal sein, weil er ein Recht zu leben hat. Wir müssen Fluchtursachen durch Entwicklungshilfe und Klimaschutz bekämpfen. Bis dahin müssen wir denen, die kommen, helfen und sie arbeiten lassen.

Werden Grüne durch Machtdrang handzahm? 

Mit Blick auf Regierungsämter und der Möglichkeit des Mitnaschens am großen Verteilungstopf ist Maurer in öffentlichen Aussagen inzwischen vorsichtiger geworden. In einem Heute-Interview sagte sie angeblich zwar noch „Kurz und Hofer bespielen Hass“, dementierte das aber dann via Presseaussendung. Wer die Unwahrheit sagt, der Chefredakteur von Heute, Christian Nusser, der behauptet das Zitat wäre so gefallen, oder eben Maurer, blieb offen. Seitdem gab es keine negativen Wortmeldungen gegenüber der ÖVP und Sebastian Kurz mehr. Belohnung: „geschäftsführende Parlamentarierin“ und die Aussicht auf 15.182,50 Euro monatlich. Wenn das kein Motiv ist, handzahm zu werden…

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