Der Protestzug der Bauern führte sternförmig nach Bonn.

z.V.g.
Völlig überraschend: Bauernproteste gegen Regierungspolitik

Da staunte das Establishment. Vorbei am Bauernverband, der seit Jahrzehnten die Standesvertretung monopolisiert und letztlich politisch marginalisiert hat, organisierten sich engagierte Landwirte über das Internet selbst und hielten einen bundesweiten Aktionstag ab. Dabei forderten die Bauern die Debatte über die aktuellen Agrar- und Klimapläne der Bundesregierung, die ihrer Meinung nach auf Kosten der Bauern gingen.

Außerdem wehrten sie sich gegen die herablassenden Äußerungen über Landwirte, wie sie heute salonfähig sind.

Gängelungen durch Politik

Tausende Landwirte formierten mit ihren Traktoren Konvois und fuhren nach Bonn. Zudem gab es noch weitere Orte, in denen Kundgebungen abgehalten wurden.

Auf Transparenten standen Sprüche wie „Redet mit statt über uns“, „Ohne Bauern bleibt der Kühlschrank leer“ oder „Frag doch mal den Landwirt“. Sie protestierten gegen die zunehmenden Gängelungen wie den Aktionsplan Insektenschutz, die Düngeverordnung, die Auflagen bei der Tierhaltung. Außerdem sprachen sie sich gegen das Freihandelsabkommen der EU mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten aus und forderten Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) auf, sich für den Bauernstand einzusetzen.

Grüne Kreuze als Bedrohungssymbol

Doch die Traktorenproteste waren nicht das einzige Zeichen, mit dem die Bauern auf ihre prekäre Situation aufmerksam machten. Viele Landwirte stellten grüne Kreuze auf ihre Felder als Zeichen für die Bedrohung ihres Berufsstandes.

Beobachter fühlen sich an die Gelbwesten-Bewegung in Frankreich erinnert. Auch dort formierte sich quasi über Nacht, wie aus dem Nichts, Widerstand gegen eine Politik, die immer nur einen Verlierer kennt: den einheimischen Leistungserbringer. Die Bauern setzten an diesem Dienstag jedenfalls ein kräftiges Lebenszeichen für deren Anliegen.

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