FPÖ-Gemeinderat Walter Gall kämpft gegen eine drohende Giftmülldeponie in der ohnehin einschlägig leidgeprüften Gemeinde Theresienfeld.

z.V.g. von Walter Gall
„Fischer-Deponie“-Skandal ist noch nicht vergessen: Theresienfeld droht nächste Müll-Lawine

Seit einigen Wochen gehen im niederösterreichischen Theresienfeld die Wogen hoch. Die 3.600-Einwohner-Marktgemeinde im Bezirk Wiener Neustadt soll die größte Abfallbehandlungsanlage Österreichs bekommen. Die betroffene Bevölkerung befürchtet allerdings, dass diese – neuerlich- zu einer Giftmülldeponie verkommen könnte, wie es sie schon bereits in den 1980er Jahren unter dem berüchtigten Namen „Fischer-Deponie“ in dieser Ortschaft gab (Giftmüllskandal Mitterndorfer Senke). Die Region litt über Jahrzehnte unter der Grundwasserverseuchung und sonstigen Folgen, während sich der verantwortliche Deponiebetreiber in die Karibik abgesetzt hatte. Es handelte sich um einen der größten Umweltskandale in der Zweiten Republik. Kein Wunder, wenn man in der Gegend sensibilisiert ist.

Müll als „unverzichtbarer Rohstoff“

Die sogenannte „Abfallbehandlungsanlage“ wäre schon fast bewilligt worden, und die ÖVP zeigte sich nicht abgeneigt, wenn es um Sachen Abfall-„Wirtschaft“ geht. Abfälle seien bereits „heute ein unverzichtbarer Rohstoff“, heißt es in einer Aussendung. Wenn es so schön heißt „Abfall trifft Wirtschaft“, dann sollte auch der Zusatz „und Theresienfeld trifft der Müll“ nicht fehlen. Ausgerechnet an diesem Standort neuerlich eine Mülldeponie zu planen, zeugt schon von extremer Unsensibilität. Das ist in etwa so, wie wenn man in Tschernobyl ein neues Atomkraftwerk hinstellen wollte.

Krebserregende Stoffe

Die gesamte Bevölkerung Theresienfeld ist jedenfalls außer sich vor Wut. Die Gegend beherbergt ein riesiges Trinkwasserreservoir, das nach dem „Fischer-Deponie“-Skandal über viele Jahre aufwendig saniert werden musste. Etliche Gemeinden mussten aufgrund der hochgiftigen Grundwasser-Kontamination über Jahre aus Tanklastern mit Frischwasser versorgt werden. Da auch in der neuen Deponie krebserregende Stoffe wie PCB zwischengelagert werden dürften, kann man sich ausmalen, was droht. Verharmlosend werden diese unzähligen gefährlichen Abfälle „Störstoffe“ genannt, der besorgte Bürger würde es hingegen als Giftmüll bezeichnen!

Tonnenweise Abfälle

Bis zu 500.000 Tonnen Abfälle sollen pro Jahr die Anlage durchlaufen, was dem Jahres-Müllaufkommen von drei durchschnittlichen österreichischen Bundesländern entsprechen soll. Das würde auch zu einer massiven Verkehrsbelastung führen. „Täglich werden hunderte Lkw kommen“, kritisiert etwa der FPÖ-Ortsparteiobmann und Gemeinderat Walter Gall. Die FPÖ unterstützt den Protest. Erst vor einer Woche gab es eine Großdemonstration gegen die Deponie.

ÖVP schwenkt um, oder spielt auf Zeit

Die ÖVP hat zuletzt aufgrund des großen Druckes nun umgeschwenkt und das Verfahren nach dem Abfallwirtschaftsgesetz ausgesetzt, um zu prüfen, ob nicht eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen wäre. Gall dazu: „Mit dieser Vorgehensweise ist noch lange nichts gewonnen. Die Prüfung würde angeblich drei bis sechs Monate dauern. Am 26. Jänner 2020 sind niederösterreichweit Gemeinderatswahlen. Es bleibt zu befürchten, dass die ÖVP-NÖ auf Zeit spielt, um diesen Fall nur über diesen Termin zu schieben, und anschließend kommt die Bewilligung! Selbst wenn diese Müllanlage, die sich mitten im Ortsgebiet von Theresienfeld befinden würde, in abgeschwächter Form bewilligt werden sollte, wäre dies ein Katastrophe für die Bevölkerung in Thersienfeld, da es auch in diesem Fall zu massiven Wertminderungen unserer Häuser und Grundstücke kommen würde! Unmittelbare Anrainer hätten mit einem Totalverlust zu rechnen.“

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