Das Ikonen-Museum in Recklinghausen ist das bedeutendste in Westeuropa.

Nordenfan / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Recklinghausen: Kleines Ikonen-Museum mit Charme

Stilikonen sind Personen, deren Stil anderen Menschen als Vorbild dient. In der Regel geht es dabei um Äußerlichkeiten wie Bekleidung, Frisur, Accessoires, Figur und Auftreten/Benehmen. Im Ikonen-Museum Recklinghausen im Ruhrgebiet sind sie nicht vertreten. Dort sind die Art Ikonen vertreten, wie wir sie aus den orthodoxen Kirchen Osteuropas kennen.

Dauerausstellung in Recklinghausen

Die Dauerausstellung erstreckt sich über insgesamt drei Stockwerke. Die ausgestellten Werke stammen überwiegend aus Russland und verschiedenen Jahrhunderten; sie zeigen neben biblischen Themen vorrangig die Marien- und Heiligenverehrung. Pfingsten, Ostern, die Kreuzerhebung, die Kreuzigung Jesu und seien Himmelfahrt sowie das Jüngste Gericht sind hier beliebte Themen. Gemalte Ikonen werden neben Stickereien, Miniaturen sowie Holz- und Metallarbeiten präsentiert; die Sammlung umfasst über 3.000 Werke (von denen natürlich nicht alle gezeigt werden) und stammt auch aus Griechenland, Äthiopien und den Balkanstaaten.

Ein kleiner Stilbruch bietet die koptische Sammlung. Sie beschreibt den Übergang von der heidnischen Spätantike zum frühen Christentum in Ägypten. Von Ikonen gibt es hier also keine Spur. Hier sind Reliefs aus Holz und Stein, Gläser, Bronzen, Gewebe, Kreuze sowie Mumienporträts zu sehen – also eigentlich Gegenstände, die der Besucher so nicht in einem Ikonen-Museum erwarten würde.

Ständige Erweiterung durch Schenkungen und Ankäufe

Die Geschichte des Museums reicht bis ins Jahre 1955 zurück. Anfang des Jahres wurde in der nahegelegenen Kunsthalle Recklinghausen eine Werkschau mit Ikonen aus westdeutschem Privatbesitz gezeigt. Thomas Grochowiak, der damalige Leiter der Kunsthalle, gelang es, 73 aus der Sammlung von Heinrich Wendt und Martin Winkler anzukaufen. Er legte damit den Grundstock für die Sammlung, die bis heute regelmäßig durch Schenkungen und Ankäufe erweitert wird.

Kleines Museum mit Charme

Gegenüber der Propsteikirche St. Peter in einem historischen Gebäude untergebracht, gilt das Ikonen-Museum Recklinghausen heute als das bedeutendste Fachmuseum seiner Art in Westeuropa und die Sammlung als die umfangreichste außerhalb der orthodoxen Kirchenwelt.

Auch wenn nicht gerade eine Sonderausstellung zu sehen ist, lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall. Die Ausstellungsfläche mag überschaubar sein und die Zahl der Exponate bestenfalls einen guten Überblick über die Vielfalt der Ikonen bieten. Die Lesetexte an den Wänden führen den interessierten Laien in die jeweils gezeigte Thematik ein und ermöglichen so ein Verständnis dessen, was er zu sehen bekommt.

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