Angesichts der konstruierten „Liederbuch-Skandale“ der FPÖ muten die Ausreden der SPÖ über ihren tatsächlichen Kampflied-Skandal eher belustigend an.

FPÖ Linz
„Alter Hut“: SPÖ versucht, Kampflied-Skandal kleinzureden

Es klingt ja fast putzig, wie die SPÖ versucht, sich aus ihrem nun schon zweiten „Liederbuch-Skandal“ herauszureden. Wie berichtet, fand sich Ende letzter Woche zunächst eine CD mit Kommunisten-Propaganda („Lied der roten Armee“ etc.) im Onlineshop der Sozialistischen Jugend.

„Mit Gewehren, Bomben und Granaten wird das Ungeziefer ausgebrannt“

Nur wenige Tage später tauchte am Dienstag dieser Woche ein Lied mit Bürgerkriegs-verherrlichenden Inhalten auf der Webseite der SPÖ Sulz im Weinviertel auf. „Mit Gewehren, Bomben und Granaten wird das Ungeziefer ausgebrannt“, klingt es da martialisch im Lied der „Internationalen Brigaden“, einem kommunistischen Kampfverband des spanischen Bürgerkriegs (1936 bis 1939).

SPÖ spricht von „Arbeiterliedern“

Während die Jung-Sozialisten ihre Kauf-CD nach Bekanntwerden deren Inhalts kommentarlos aus dem Angebot strichen (privat wird sie wohl weitervertrieben), versuchen SPÖ-Funktionäre im Weinviertel nun, die Sache kleinzureden. In einem Interview mit der NÖN gibt der Mistelbacher SP-Bezirksgeschäftsführer David Schramm zu, dass man wohl nicht alle Inhalte der online gestellten „Arbeiterlieder“ genau auf ihre Inhalte kontrolliert und möglicherweise „unappetitliche Textzeilen“ übersehen habe.

Gleichzeitig meint Renner aber, die FPÖ würde in alten „Karteileichen“, die bereits 2009 auf die Seite gestellt worden waren, stöbern. Immerhin habe man das Lied nach Bekanntwerden der Vorwürfe am Montag umgehend gelöscht.

„Keine Karteileiche aus dem Jahr 2010“

Seitens der FPÖ Linz will man das nicht so ohne weiteres gelten lassen. Im jüngsten Facebook-Eintrag der Oberösterreicher heißt es dazu treffend:

Die SPÖ versucht, sich aus dem Liederskandal herauszureden. Während Bezirksvorsitzende Karin Renner in den Medien von Konsequenzen spricht, beschönigt Ortsparteivorsitzender Markus Amon. Wir sorgen erneut für Aufklärung:

1. Das „Lied der Internationalen Brigaden“ ist kein „Arbeiterlied“, sondern das Lied einer kommunistischen Kampfeinheit im spanischen Bürgerkrieg. Linken Gruppen werden bis zu 65.000 politische Morde zugeordnet.

2. Auf der Internetseite der SPÖ Sulz im Weinviertel war das vollständige Lied bis zur Löschung am Montag problemlos über einen Link und über Google aufrufbar, also keine „Karteileiche“ aus 2010.

3. Es ist nicht nur die von uns zitierte dritte Strophe problematisch. So heißt es etwa in der ersten Strophe: „Wir, im fernen Vaterland geboren, nahmen nichts als Hass im Herzen mit.“

Passiert bei der SPÖ also wieder einmal lange nichts, wie im Fall ihrer verhaltensauffälligen Ortsgruppe Langenzersdorf?

Messen mit zweierlei Maß

Es mutet schon seltsam an, wenn in diesem Fall seitens der SPÖ ausgerechnet damit argumentiert wird, dass es sich um einen „alten Hut“ handeln würde. Beim ersten vermeintlichen „Liederbuch-Skandal“, mit dem man den freiheitlichen Kandidaten im niederösterreichischen Landtagswahlkampf 2018, Udo Landbauer, fertig machen wollte, stammte das betreffende Liederbuch in Landbauers Studentenverbindung aus seiner Kindheit.

Wo bleiben Rücktritte der verantwortlichen Genossen?

Und auch bei der jüngsten „Affäre“ um ein Liederbuch im Privatbesitz (!) des steirischen Abgeordneten Walter Zanger hat dieser das Buch bereits vor 14 Jahren geschenkt bekommen und es weder publiziert, noch daraus öffentlich gesungen. Trotzdem fordert man seinen Rücktritt. Da wäre eine Rücktritts-Forderung an die Weinviertler SPÖ-Lokalprominenz wohl deutlich gerechtfertigter – immerhin war deren fragwürdiges Liedgut öffentlich online abrufbar.

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