Das Facebook-Projekt Libra hat noch eine Chance, wenn es nicht von den Geld- und Währungshütern global erledigt wird.

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Trotz Verzögerung: Digitalwährung Libra für “Facebook” von zentraler Bedeutung

Der Jahresbeginn 2020 kommt näher, und in der Internet-Welt und den sozialen Medien hat man sich bereits damit abgefunden, dass zu diesem Zeitpunkt die von Facebook propagierte Digitalwährung Libra nicht kommen wird. Dennoch setzen Internet-Experten weiterhin auf Facebook in Sachen Kryptowährungs-Einstieg und halten das Projekt Libra für Facebook sehr wichtig.

Auf der Onlineplattform www.internetworld.de etwa zeigt sich der anerkannte Internet-Experte und Fachjournalist Marcel Weiß überzeugt von der „extremen Wichtigkeit“ von Libra für Facebook:

Nichts ist gewiss, aber die Wahrscheinlichkeit, dass Libra kommt, bleibt hoch, weil es extrem wichtig für die langfristige Strategie von Facebook ist, Super-Apps wie WeChat etwas entgegenzusetzen. Das ist der defensive Part von Libra, der offensive ist natürlich ebenso wichtig. Facebook könnte als größter Wallet-Betreiber innerhalb von Libra – die Digitalwährung wäre auch direkt in Instagram, Whatsapp und Facebook Messenger eingebaut – ein enormes neues Geschäftsfeld aufbauen.

Facebook hat Politik-Widerstand unterschätzt

Für den Internet-Experten Weiß ist aber auch eines sonnenklar: Facebook hat den Widerstand der Politik im Zusammenhang mit dem Projekt Libra total unterschätzt. Für den Experten ist klar, dass sich Facebook hier mit der Geld- und Währungspolitik rund um den gesamten Globus angelegt hat. So würden nationale Regierungen potentiellen Kooperationspartnern wie zuletzt PayPal, Mastercard und Visa mit verschärften Geldwäsche-Richtlinien und Untersuchungsverfahren drohen und diese damit von einer Zusammenarbeit mit Facebook wieder abschwenken lassen. Zuletzt machten etwa sogar die US-Demokraten im Washingtoner Kongress gegen Libra und Facebook-Chef Marc Zuckerberg mobil. 

Menschen wollen keine Kryptowährung, aber einzelne Dienstleistungen 

Der Experte gibt sich auch überzeugt, dass die meisten potentiellen Nutzer einer Innovation wie Libra keine Kryptowährung wollten. Aber die Dienstleistungen wie minimale oder gar keine Transaktionskosten bei Geldüberweisungen oder ein einfacherer Zugang zu Mikrokrediten würde schon einen Markt haben. Eines ist für Weiß klar: Sollte Libra nicht in die Gänge kommen, dann könnten neue, alternative Projekte mit einem ähnlichen Profil vielleicht schon bald im Markt Fuß fassen.

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