Kuriose Glücksspielregelung in Deutschland

Foto: pixbay/HOerwin56
Kuriose Glücksspielregelung in Deutschland

Während das Glücksspiel in der EU seit einigen Jahren regelrecht boomt und durch die immer besser werdenden Internetverbindungen zur beliebten Freizeitbeschäftigungen wurde, befindet sich Deutschland immer noch im Tiefschlaf. Die einzelnen Bundesländer konnten sich bis heute nicht auf einen neuen, einheitlichen Glücksspielvertrag einigen. Irgendein Bundesland scherte immer aus. Dabei geht es gar nicht einmal um wirtschaftliches Versagen. Es liegt viel mehr an dem Klüngel, der innerhalb der Innenminister herrscht. Nur wenn jeder seinen Vorteil daraus zieht, erfolgt die Zustimmung. Ein wenig erinnert das an ein Kuriositätenkabinett, kleine Kinder, die nicht auf Rechte und Vorzüge verzichten wollen. Dabei wird der wirtschaftliche Faktor mittlerweile gar nicht mehr behandelt. In anderen EU-Staaten kommt es zu enormen Steuerzuflüssen, tausende von Arbeitsplätzen wurden durch die Glücksspielindustrie geschaffen. Fast immer handelt es sich dabei um gutbezahlte Jobs. Selbst die einfachen Kundenbetreuer werden gut entlohnt.

Mit Blick auf Deutschland hält der Staat an seinen eigenen staatlichen Casinos fest. Doch diese sind nicht in der Lage wirtschaftlich zu arbeiten. Das zeigte sich besonders in NRW. Schon in der Vergangenheit fiel das Bundesland dadurch auf, das es wertvolle Gemälde des zugehören Betriebs Westspiel veräußerte, um die Verluste aus dem Glücksspiel auszugleichen. Während private betriebene Spielcasinos Unsummen an Gewinnen erzielen, leiden die staatlichen Betriebe unter herben Verlusten. In dem Markt der neuen Medien, also im Bereich Online Casino und Co. hat es der Staat nicht einmal geschafft, eigene Strukturen aufzubauen. Dennoch bleibt es beharrlich bei den staatlichen Einrichtungen, während private Glücksspieleinrichtungen kaum geduldet werden.

Zähe Bürokratie – Alte Politik

So hat der Staat durch seine zähe und rigide Bürokratie praktisch in den letzten Jahren geschlafen und den Wechsel der Kundschaft von den echten Casinos (vor Ort) hin zu den virtuellen Möglichkeiten kaum beachtet. Viele Spielbanken befinden sich in Schieflage und werden durch die jeweiligen Bundesländer gestützt. So betrachtet der Staat das Glücksspiel immer noch aus der alten Politik, also als einen psychischen Ort, an dem die Besucher sitzen und ihre Einsätze tätigen. Diese Praxis ist altbacken und hat zu einem Entgleiten geführt. Milliarden Umsätze und unzählige Jobs ließ sich Deutschland jedes Jahr entgehen.

Die Bedürfnisse der Kunden hat die alte Politik bisher nicht betrachtet. Ein Spieler ist heute nicht mehr an einen festen Ort gebunden. Er entscheidet mit einem Klick, wo er spielt. Dabei interessiert es ihn nicht, ob das Angebot über eine deutsche Lizenz verfügt, solange eine EU-Lizenz vorhanden ist, die nach dem EU-Gesetz im gesamten Gebiet gültig ist.

Spielbanken vor dem Aus?

Ja und Nein. Die Spielbank, wie wir sie aus den James Bond Filmen kennen, wird nicht sterben. Aber sie ist eben in der heutigen Zeit kein Casino mehr, sondern viel mehr ein Raum mit einem Event Charakter. Gezockt wird hingegen im Netz.

Während die Spielbanken meistens durch die Bundesländer immer wieder mit kleinen Tricks und Subventionen vor dem Aus gerettet werden, ist einzig Lotto eine tragende Säule, die dem Staat hohe Einkünfte beschert. Auch hier versucht der Staat regelrecht, seine Fälle nicht davonschwimmen zu lassen und griff immer wieder ein, wenn es private Organisationen oder gar Tippgemeinschaften gab. Brüssel musste mehrfach die deutschen Entscheidungen korrigieren. Erst seit 2012 ist Lotto im Netz legal, allerdings nur bei einer Handvoll Anbietern. Während das deutsche Gesetz das Spielen online verbietet (welche weitere Kuriosität), war es schon lange durch die EU-Gesetze legal. Die Situation ist aber bis heute unklar und nicht eindeutig geregelt. Da kommen wieder die Innenminister der Bundesländer ins Spiel. Alte Politik, die keinen Schimmer von moderner Technologie hat …

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