Am slowenisch-kroatischen Grenzfluss Kopla haben private slowenische Grenzschutzwehren mit ihren Kontrollen und Bestreifungen bereits begonnen.

Žiga / Wikimedia (PD)
Balkan-Route: Grenzschutzwehren formieren sich gegen illegale Migration

Zunehmend radikaler wird die Stimmung offensichtlich in Slowenien in Sachen illegaler Migration. So sollen sich laut Medienberichten seit einiger Zeit sogenannte „Grenzschutzwehren“ formieren, um auf privater Basis die Kontrolle der Außengrenzen gegenüber dem EU-Nachbarland Kroatien durchzuführen. Vergangenes Wochenende sollen etwa mit nachgebauten Sturmgewehren und Tarnuniformen ausgerüstete Einheiten dieser Privatinitiativen am Grenzfluss Kopla im Einsatz gewesen sein.

Innenministerium und Nationaler Sicherheitsrat in Slowenien sind alarmiert über die vermehrt auftretenden paramilitärischen Einheiten, die sich im ganzen Land zu formieren scheinen. Bisher waren die Polizeibehörden aber gegen diese neuen Grenzschutzwehren nicht vorgegangen, da sie keine Gesetzesverletzungen feststellen konnten.

Sicherheitsrisiko Migration oder Grenzschutz-Bürgerwehren?

Jetzt ortet man allerdings ein gewisses Sicherheitsrisiko, sollten Grenzschutzwehren aus eigenem Antrieb und ohne die Deckung hoheitlicher Anordnungen einfach Grenzkontrollen und Bestreifungen durchführen. Über entsprechende Gesetzesänderungen gegen neue Grenzschutzwehren wird diskutiert. Gleichzeitig ortet man einen verstärkten Druck durch illegale Einwanderer, die von Griechenland aus über die Balkanroute bis nach Slowenien kommen.

Die Bilder aus dem Sommer und Herbst 2015 sind noch im Kopf der Bürger und Sicherheitskräfte. Sollten die offiziellen Stellen hier diesmal nicht für ausreichenden Grenzschutz sorgen, dann könnte zur Eigeninitiative mit offenem Ausgang gegriffen werden.

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