“Klartext” spricht Frau Merkel gern, wenn es keine kritischen Fragen gibt.

Raimond Spekking / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Angst vor Kritik an Merkel: Öffentlich-rechtlicher Sender lädt Terror-Opfer aus

Kurz vor Weihnachten 2016 ermordete ein „Gast Angela Merkels“ am Berliner Breitscheidplatz zwölf Menschen und verletzte mindestens 50 weitere. Doch während weltweit die Staatschefs bei derartigen Anschlägen den Opfern und Hinterbliebenen ihre Aufwartung machen, zeigte Angela Merkel den Betroffenen die kalte Schulter.

Kein Interesse an Terror-Opfern

Beim ersten Jahrestag der Weihnachtstragödie kritisierten die Hinterbliebenen das Vorgehen der Bundesregierung im Kampf gegen den Terror und mangelnde Unterstützung und wandten sich mit einem offenen Brief an Merkel. Keine Reaktion. Anfang dieses Jahres schrieb ihr Anwalt und ersuchte Merkel um ein Treffen mit den Angehörigen. Die Kanzlerin sagte ab.

Zusammentreffen in Live-Sendung

In der ZDF-Sendung „Klartext, Frau Merkel!“ am vergangenen Donnerstag hätte neben anderen Bürgern nun die Sprecherin der Hinterbliebenen, Astrid Passin, auf die Kanzlerin treffen sollen. Im Vorfeld der Sendung gab es mehrere Gespräche mit Passin, wobei auch gefragt wurde, welche Frage sie denn der Kanzlerin in der Live-Sendung stellen wolle. Passin, die beim Mordanschlag ihren Vater verloren hatte:

Darauf wollte ich mich aber nicht einlassen.

Obwohl dem ZDF damit klar sein musste, dass Passin Merkel mit einer Frage konfrontieren könnte, auf die sie nicht vorbereitet ist, ließ man sich zunächst darauf ein. Passin bekam den Vertrag zugeschickt.

Ausladung – aus Fürsorge?

Doch dann bekam man beim ZDF „kalte Füße“ und lud Passin kurz vor der Sendung am Donnerstag aus: Sie solle nicht kommen. Es habe nach der zwei Tage zuvor ausgestrahlten TV-Sendung „Klartext, Herr Schulz!“ Probleme gegeben. Bürger, die Fragen stellten, seien von Medien und in sozialen Netzwerken attackiert worden. Das wolle man ihr ersparen. Passin:

Die Begründung war nicht glaubhaft. (…) Ich habe erklärt, dass ich es als Sprecherin der Hinterbliebenen gewohnt bin, von Medien bedrängt zu werden und dass ich es sehr schade und traurig finde, Frau Merkel meine Frage nicht stellen zu dürfen.

Unbequeme Fragen

Doch das nützte nichts. Es folgten immer wieder die gleichen Erklärungen von Seiten der Fernsehanstalt.

Ich habe gespürt, die wollen nicht, dass ich komme. Ich denke, meine Fragen wären denen zu unbequem gewesen.

Denn möglicherweise wäre Merkel auf ihr skandalöses Verhalten den Hinterbliebenen und Opfern gegenüber angesprochen worden. Oder vielleicht sogar noch mehr: auf ihre Politik!

CDU weiß von nichts

Die CDU spielt „Hase“. Man habe weder gewusst, wer zu der Sendung eingeladen wäre, noch hätte man daher Druck auf die Verantwortlichen ausgeübt. Es überrascht, dass Deutschlands wichtigste Politikerin ohne Vorbereitung in eine Live-Fernsehsendung geht. Wer es glaubt…

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