Kurz vor der steirischen Landtagswahl werden via Umfragen die Wähler mobilisiert.

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Aktuelle Umfrageergebnisse für Österreich und Steiermark

Eine Woche vor der Landtagswahl in der Steiermark haben mehrere Institute die aktuelle politische Lage abgefragt. So hat oe24.at seine wöchentliche Sonntagsfrage aktualisiert. Die ist ziemlich unverändert mit ÖVP 38 Prozent, SPÖ 20 Prozent, FPÖ 15 Prozent, Grüne 16 Prozent und Neos acht Prozent.

Für das Profil hat Unique research die Sonntagsfrage erhoben. Hier schaut es ähnlich aus. Die ÖVP liegt ebenso bei 38 Prozent, die SPÖ nur bei 19 Prozent, die FPÖ mit 17 Prozent besser als ihr Wahlergebnis, die Grünen auf Platz vier mit 16 Prozent und die Neos bei neun Prozent.

Steiermark-Umfragen mit Mobilisierungscharakter

Auch für die Steiermark, in der am 24. November gewählt wird, gibt es aktuelle Umfragen. So von oe24.at, die allerdings eine sehr hohe Schwankungsbreite von fünf Prozent ausweist und somit wenig aussagekräftig ist: Bei diese käme die ÖVP auf 35 Prozent, die SPÖ nur mehr auf 23 Prozent, die FPÖ auf 20 Prozent und die Grünen auf 13 Prozent. Die Neos könnten, so wird diese Umfrage interpretiert, mit fünf Prozent den Einzug in den Landtag schaffen, die KPÖ würde mit vier Prozent nicht mehr vertreten sein.

In einer Umfrage von Puls24 am Freitag für das Karmasin-Instituts (700 Befragte zwischen 8. und 13. November) liegt die ÖVP  bei 35 Prozent, die SPÖ bei 22 Prozent, die FPÖ ebenso bei 20 Prozent und die Grünen bei 13 Prozent. Bei dieser Umfrage heißt es, dass die Neos den Einzug in den Landtag mit vier Prozent verpassten, dafür es die KPÖ mit sechs Prozent schaffe.

Im Standard ist eine Einschätzung vom  Linzer Market-Institut veröffentlicht (774 Befragte, Erhebungszeitraum: 8. bis 13. November). In dieser kommt die ÖVP auf 32 Prozent, die SPÖ schneidet mit 25 Prozent deutlich besser ab, offensichtlich auf Kosten der FPÖ, die demnach auf nur 18 Prozent käme. Die Grünen landen wie bei den anderen Umfragen bei 13 Prozent. Laut Standard würden sowohl Neos mit sieben Prozent als auch KPÖ mit fünf Prozent den Einzug in den Landtag schaffen.

Sachlich falsch

Drei Umfragen maßgeschneidert zur Mobilisierung der Neos- und KPÖ-Sympathisanten. Denn den Interpretationen der Umfrageergebnisse liegt ein sachlicher Fehler zugrunde.

Das steirische Wahlrecht hat nämlich seine Besonderheiten, die sich vom Wahlrecht anderer Bundesländer oder des Bundes unterscheiden. Die Neos sind mit fünf Prozent weder sicher im Landtag “drinnen” noch die Kommunisten mit vier Prozent sicher “draußen”.

Gesamtergebnis nicht entscheidend

Für den Einzug in den steirischen Landtag ist nicht das Gesamtergebnis entscheidend, sondern allein, ob eine Partei ein Grundmandat schafft. Es gibt eine fluide Prozentklausel, die nicht näher definiert wird, weil sie wegen zu vieler Variablen nicht näher definiert werden kann. Für die Verteilung der Grundmandate ist das Land in vier Wahlkreise unterteilt. Erringt eine Partei in einem der Wahlkreise ein Grundmandat, sitzt sie im Landtag, und zwar unabhängig vom Gesamtergebnis, aber anteilig aller ihrer bei der Wahl erhaltenen Stimmen.

Der größte Wahlkreis (Nummer 1) ist Graz und Umgebung. Dort haben die Kommunisten immer ihr Grundmandat geholt, was möglicherweise auch am Wahltag wieder der Fall sein könnte, ganz egal, ob sie landesweit drei, vier oder mehr Prozent haben. Wenn die Kommunisten, wie 2015, im Wahlkreis 1 zum Beispiel fünf Prozent erhalten, und in der übrigen Steiermark keine einzige Stimme, wären sie mit landesweit wahrscheinlich nur knapp 1,6 Prozent der Stimmen im Landtag.

Neos hoffen auf Grundmandat

Auch die Neos sind auf ein Grundmandat im Wahlkreis 1 (Graz und Umgebung) angewiesen, wo die Chancen am besten sind, weil dort zwölf Mandate vergeben werden. Wenn die Umfragen für die Grünen stimmen und sie sich verdoppeln, haben sie beste Aussichten, sowohl im Wahlkreis 1 als auch im Wahlkreis 2 (Oststeiermark) ein Grundmandat zu erringen. Im Wahlkreis 1 dann wahrscheinlich gleich zwei. Theoretisch kann es ihnen bei etwas arithmetischem Glück auch im Wahlkreis 3 (Südweststeiermark) gelingen. Ausgeschlossen scheint es nur für den Wahlkreis 4 (Obersteiermark), da dort nur sechs Grundmandate vergeben werden.

Umfragen österreichweit seit der Wahl

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