Bei einer Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag schockierte die SPD in Mülheim mit einem vulgären Gedenkspruch (Symbolbild) – die Genossen gehen von einem “Sabotageakt” aus.

Ulrike Wetzig / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Panne am Volkstrauertag: SPD gedenkt Opfern des “Verschissmuss”

Wie jedes Jahr wurde auch diesmal am Volkstrauertag der Opfer der beiden  Weltkriege gedacht – auch in Mülheim (NRW) fand eine Gedenkveranstaltung statt, zu der der Bürgerverein von Mülheim-Dümpten geladen hatte. Die Trauerschleife des Kranzes, der von der SPD-Ratsfraktion niedergelegt wurde, sorgt jedoch mit einem absurden Rechtschreibfehler für Aufsehen.

Aufmerksamer Besucher wies SPD auf Fauxpas hin

Der peinliche Zwischenfall: Auf der Schleife der Mülheimer SPD prangte der goldene Aufdruck “Den Opfern von Krieg und Verschissmuss”, gemeint waren jedoch offenkundig die Opfer von “Krieg und Faschismus”. Nachdem sich ein aufmerksamer Besucher der Veranstaltung über das Gedenken an die “Verschissmuss-Opfer” wunderte, wies er einen Vertreter der SPD darauf hin – die Genossen reagierten umgehend und schnitten die Bordüre mit dem vulgären Gedenkspruch kurzerhand ab, später wurde der verunstaltete Kranz ganz entfernt.

“Ein fetter Fehler, der nicht passieren darf”

Bei den Mülheimer Genossen geht es jetzt um die Aufklärung des bizarren Vorfalls: „Das ist natürlich ein fetter Fehler, der nicht passieren darf“, sagte der Fraktionsvorsitzende der SPD im Mülheimer Stadtrat, Dieter Spliethoff, gegenüber der RP. Die Verantwortung sieht der Ortsverein jedenfalls nicht bei sich, sondern bei einem “Fehler bei der Informationsübermittlung” zwischen der Gärtnerei und der Druckerei der Trauerschleife.  Immerhin: Die Mülheimer SPD entschuldigte sich später noch auf ihrer Facebook-Seite für den überaus peinlichen Fauxpas und will den “Fall sehr genau prüfen”.

Die SPD Mülheim an der Ruhr distanziert sich auf das Schärfste von der Geschmacklosigkeit der Beschriftung des Kranzes…

Gepostet von SPD Mülheim an der Ruhr am Samstag, 16. November 2019

SPD Mülheim vermutet Sabotage und schaltet Anwalt ein

Wie der Spiegel berichtete, scheint die Mülheimer SPD inzwischen von einem “Sabotageakt” auszugehen und hat einen Anwalt eingeschaltet, um den Verdacht prüfen zu lassen. Rodium Bakum, Mitglied des Fraktionsvorstandes, meinte dazu, dass der Kranz des Ortsvereines zu den Feierlichkeiten des Volkstrauertages jedes Jahr mit der gleichen Botschaft beschriftet sei – in diesem Jahr soll aber eine Schleifendruckerei in Essen erstmals mit der Herstellung der Bordüre beauftragt worden sein. Die Druckerei hat derweil eingestanden, die Buchstaben V und F verwechselt zu haben.  Da der Schleifentext von Seiten der SPD Fraktion jedoch korrekt übermittelt worden sein soll, bleibt weiterhin offen, ob es sich beim “Gedenken” an die Opfer des “Verschissmuss” um ein Versehen oder einen mutwilligen “Sabotageakt” seitens der Essener Druckerei handelt.

Genaue Geschichtskenntnis schadet nie

Wer es wirklich genau nimmt, könnte allerdings noch korrigieren, dass es den Faschismus in Deutschland nie gegeben habe. Faschisten nannten sich nämlich die Anhänger Benitio Mussolinis ab 1922 in Italien. In Deutschland hieß die Bewegung um Adolf Hitler in etwa zur gleichen Zeit Nationalsozialismus…

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