Die meisten Journalisten setzen bei ihrer Berichterstattung ihre politische Brille auf.

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Politische Korrektheit immer kurioser – aber nicht alle Journalisten spielen mit

Was ist eigentlich politisch korrekt und was nicht? Im Zweifel schaut der gelernte Österreicher in sein bevorzugtes Medium, das ihm erklärt, was gut und was böse ist.

Freiheitliche können einigen nicht tot genug sein

Und da ist sich in den vergangenen Monaten der Mainstream ziemlich einig: Rechts ist pfui, links hui! Den Lesern wird mit teils sogar manipulierten, aber auf jeden Fall weit übertriebenen, an den Haaren herbeigezogenen Artikeln Glauben gemacht, dass den Freiheitlichen seit der „Ibiza-Affäre“ einfach alles zuzutrauen ist. Und die Blauen daher „politisch nicht tot genug sein können“, wie es Michael Jeannée in der Kronen Zeitung ausdrückt.

Graben nach negativen Geschichten

Manche Redaktionen können sich des Eindrucks nicht mehr erwehren, als würden sie bei jeder morgendlichen Sitzung jenem Journalisten einen Preis verleihen, der eine negative Geschichte über die Freiheitlichen ausgegraben hat. So abstrus ist diese Vermutung gar nicht, wie Insider ausplaudern.

Da sind Schreiber, die ihr Hirn nicht ausschalten, nur um mit dem allgemeinen Mainstream mitzuschwimmen, schon eine Seltenheit, ja eigentlich schon Exoten in der derzeitigen österreichischen Medienwelt.

Goldbarren sind blau – und deshalb eine Story

Der gerade erwähnte Michael Jeannée zum Beispiel lässt sich den Mund von keinem verbieten. Und so fragt er in seiner Glosse „Post von Jeannée“:

Warum sind Goldbarren auch dann eine Story, wenn sie keine sind?

Er kommt nach seiner Expertise über eine legal und nachvollziehbare Vorsorgemaßnahme der FPÖ zum Schluss: „Diese Barren sind blau“. Und eben deshalb eine Story.

Mit zweierlei Maß messen

Ähnlich kritisch sieht Andreas Koller von den Salzburger Nachrichten, der bestimmt noch nie in den Verdacht geriet, ein Freund der FPÖ zu sein, die derzeitige politische Korrektheit, die – seiner Meinung nach – mit zweierlei Maß gemessen werde. In seiner Glosse beschreibt Koller sehr anschaulich, was in Österreichs Medien derzeit abläuft:

Man stelle sich kurz vor, es wäre ein freiheitlicher Politiker gewesen, in dessen unversperrtem Porsche man – nein, kein Liederbuch, sondern ein geladenes Schießgewehr gefunden hätte: Die öffentliche Empörung in den „sozialen“ und sonstigen Medien nähme kein Ende, alle Welt riefe nach einer scharfen Reaktion der Parteiführung, der Mann wäre politisch erledigt. Da es sich beim sorglosen Waffennarren aber um keinen bösen Freiheitlichen handelte, sondern um SPÖ-Politiker Georg Dornauer, ist alles halb so wild. Keine Empörung, keine Rüge durch die Parteichefin, kein Rücktritt. Linke dürfen das! Linke dürfen auch, wie kürzlich geschehen, die Vorlesung eines rechten Uni-Professors mit Transparenten und Parolen stürmen, ohne dass sich jemand öffentlich Sorgen um die Meinungsfreiheit an Österreichs Universitäten macht. Halten wir fest: Die Vorschriften für die Aufbewahrung von Waffen gelten auch für linke Politiker. Die Redefreiheit gilt auch für rechte Professoren. Wer aus Gründen der politischen Korrektheit mit zweierlei Maß misst, leistet der Demokratie keinen guten Dienst.

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