Die Ermordung der Journalistin  Galizia zieht Kreise bis in die linke Regierung.

Continentaleurope / Wikimedia (CC-BY-SA-4.0)
Mordfall Caruana Galizia: Sozialistischer Premier gibt Verdächtigen Immunität

Eine Wendung gibt es im international für Aufsehen sorgenden Mordfall der Enthüllungsjournalistin Caruana Galizia auf der Mittelmeerinsel Malta. Galizia war am 16. Oktober 2017 bei einem Anschlag mit einer Autobombe auf der Insel ermordet worden. Sie hatte im Graubereich zwischen Politik und Wirtschaft in Sachen Geldwäsche, Korruption und Vetternwirtschaft ermittelt und berichtet.

Jetzt hat der sozialistische Premier Joseph Muscat in den Kriminalfall eingegriffen und einem Verdächtigen Immunität vor der Verfolgung zugesichert. Es handelt sich bei dem Verdächtigen um Melvin Theuma, der sich im Umfeld der von ihr investigativ ermittelten Skandale befunden haben soll. Muscat erklärt die Immunisierung von Theuma mit dessen Rolle als Quelle beziehungsweise Kronzeuge im Verfahren.

Ein anderer Verdächtiger will auch Immunität bekommen

Das macht Schule. Ein weiterer Verdächtiger, der in Haft sitzende maltesische Geschäftsmann Yorgen Fenech, hat jetzt ebenfalls von Premier Muscat Immunität gefordert und diese beantragt.

Besonders brisant macht den Fall die Verstrickung von Regierungschef Muscat, seinen Parteifreunden und seiner Familie, wie immer wieder medial behauptet wird. Neben Muscat wird auch Stabschef André Schembri und Tourismusminister Konrad Mizzi in jener Gruppe genannt, die gemeinsam mit einflussreichen Geschäftsleuten Malta zu einem Paradies für dunkle Finanz- und Wirtschaftstransaktionen machen wollten. Dass ausgerechnet der rote Regierungschef jetzt mit Begnadigungsofferten in das Verfahren eingreift, schürt neue Gerüchte in der maltesischen Öffentlichkeit.

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