Mordfall Galizia: Rund um den sozialistischen Regierungschef von Malta, Joseph Muscat, müssen Regierungskollegen und enge Mitarbeiter den Hut nehmen.

Partit Laburista Malta / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
Nach Journalistenmord: Rücktrittswelle unter mutmaßlich involvierten roten Amtsträgern

Der Mordfall der maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia vom Oktober 2017 schlägt jetzt immer heftigere politische Wellen auf dem Mittelmeer-Inselstaat. Derzeit rollt eine Rücktrittwelle unter mutmaßlich involvierten roten Amtsträgern in der Hauptstadt Valetta. Neben dem Stabschef des sozialistischen Regierungschefs Joseph Muscat, Keith Schembri, sind auch der Tourismusminister Konrad Mizzi und der Wirtschaftsminister Christian Cardona zurückgetreten.

Cardona kündigte an, sich so lange aus den Regierungsgeschäften zurückzuziehen, bis die Causa Galizia geklärt sei. Eine tatsächliche Verwicklung in den Mordfall bzw. die mutmaßlichen Umstände, die zum Attentat auf die Journalistin geführt hatten, streiten alle drei ab.

Yorgen Fenech ist Schlüsselperson in Causa Galizia

Als Schlüsselfigur der Causa Galizia gilt der am 20. November verhaftete maltesische Geschäftsmann Yorgen Fenech. Der regierungsnahe Unternehmer ist unter anderem Miteigentümer des maltesischen Energieunternehmes „Electrogas“. Darüber hinaus gehört ihm die in Dubai ansässige Offshore-Gesellschaft „17 Black.“ Über die zweifelhaften Geschäftspraktiken rund um „17 Black“ hatte die am 17. Oktober 2017 durch eine Autobombe ermordete Journalistin Galizia berichtet.

Im Zusammenhang mit „17 Black“ steht unter anderem der Vorwurf im Raum, dass Stabschef Schembri und Tourismusminister Mizzi Geldzuwendungen erhalten haben sollen. Die beiden roten Protagonisten stellen das in Abrede. Auch Briefkastenfirmen in Panama, über die Geld geflossen sein soll, tauchten in Galizias Berichten auf.  Zuletzt sorgte Ministerpräsident Muscat für Aufsehen in der Öffentlichkeit, als er einem mutmaßlichen Kronzeugen und Verdächtigen in der Causa Galizia Immunität vor Strafverfolgung bzw. Verurteilung zugesagt hatte. 

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt unzensuriert mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: EASYATW1), ltd. Unzensuriert

  Dieses Video könnte Sie auch interessieren:
Copy link