Martin Selmayr, rechts stützend hinter seinem Ex-Chef Jean-Claude Juncker, vertritt nun die EU in Wien und ließ in einem Ö1-Interview Schlimmes aus dieser Richtung erwarten.

Oleg Popov (EU2018BG) / Flickr.com (CC BY 2.0)
Neuer EU-Vertreter in Wien darf auf Ö1 hohle Phrasen dreschen

Die neue EU-Kommission von Ursula von der Leyen soll am Sonntag, dem 1. Dezember, nun endlich ihre Arbeit aufnehmen. Was den Völkern der einzelnen EU-Staaten bevorsteht, lässt sich nur erahnen; denn von den Verantwortlichen gibt es statt Klartext wie immer nur leere Worthülsen, exzessives Demonstrieren der (eingebildeten) eigenen Tugenden und minutenlange Phrasendreschereien zu hören.

Wer ist Martin Selmayr?

So durfte am heutigen Donnerstag in der Früh im Ö1-Morgenjournal Martin Selmayr mit vor Wohlwollen triefender Erklärbär-Stimme die sattsam bekannten verbalen Nebelgranaten verballern, um die Brüsseler Verrücktheiten schönzureden. Selmayr war umstrittener Kabinettschef des ehemaligen Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker und fungiert nunmehr als Vertreter der EU-Kommission in Österreich.

„Erste Frau“ an der EU-Spitze

Gleich zu Beginn des Interviews mustes Selmayr natürlich unbedingt hervorheben, dass mit Ursula von der Leyen die „erste Frau an der Spitze der europäischen Kommission“ stehe, um so auf die tollen „Werte“ des Brüsseler Bürokratie-Molochs zu verweisen. Eine wie auch immer geartete Befähigung wäre wohl den meisten Bürgern bedeutend lieber als der Umstand, weiblichen Geschlechts zu sein.

Auf die Frage hin, ob er denn in seiner neuen Rolle (als Kommissions-Vertreter in Österreich) den Österreichern die EU näherbringen wolle, verneinte Selmayer dies – wohl weil er weiß, dass er damit auf verlorenem Posten stünde. Zwischen Wien und Brüssel vermitteln will er stattdessen, und man darf getrost davon ausgehen, dass damit das Durchdrücken des Willens der Kommission gegen nationale Widerstände gemeint ist.

Auch er will “Klima retten”

In diesem Tonfall geht es die ganzen gut sechs Minuten weiter. Selmayr phantasiert von „vernünftigen Vorschlägen“ der EU-Kommission und redet im nächsten Atemzug davon, “den Klimawandel, von Europa ausgehend, zu stoppen”. Wie „vernünftig“ dieses Hirngespinst ist, kann man sich schnell ausmalen, wenn man sich die Emissionszahlen Chinas und der USA ansieht – der berühmte „Schas im Wald“ kann hier getrost als anschaulicher Vergleich zu Europa herangezogen werden. „Ein Teil“ der durch den “Brexit” entstandenen Kosten soll eingespart, der Rest „für den Klimawandel und die Digitalisierung“ verwendet werden.

Solidarische Flüchtlingsverteilung

Als großen Erfolg der Ära Juncker preist Selmayr an, dass in dieser Zeit die Zahl der „solidarisch umverteilten Flüchtlinge“ von zwölf auf 100.000 gestiegen sei. Er entblödet sich nicht einmal, zu fabulieren, dass diese Leute „Solidarität erfahren“ hätten und verdreht damit – wohl bewusst und in voller Absicht – gleich mehrere Tatsachen auf einmal. Es handelt sich nämlich um illegale Einwanderer, statt um Flüchtlinge, und diese pfeifen darauf, nach Bulgarien, Litauen oder Portugal solidarisch umverteilt zu werden, wo es keine oder kaum Sozialleistungen gibt.

Auch verkennt Selmayer mit seinem Geschwurbel, dass die von ihm gepriesene “Solidarität” gar keine ist, was man unschwer daran erkennen kann, dass sie von oben diktiert werden muss.
Natürlich freut er sich darauf, dass unter dem Kabinett von der Leyen auch hier die Anstrengungen, Europa durch gezielte Masseneinwanderung in ein Dritte-Welt-Gebiet zu transformieren, verstärkt werden sollen.

„Lebendige Demokratie“

Inmitten all dieser Halb- und Unwahrheiten, dieser kunstvollen Verdrehung der Wirklichkeit mittels politisch korrekt gefärbtem Apparatschik-Sprech besitzt Selmayr auch noch die Chuzpe, von einer „lebendigen Demokratie“ daherzufaseln – eine Aussage, bei der wohl etliche Hörer Mühe hatten, ihr gerade verzehrtes Frühstückskipferl im Magen zu behalten. Dass es außerhalb des Brüsseler Elfenbeinturmes noch eine Rest-EU gibt, deren Bewohner ganz andere Sorgen und Nöte plagen als die überbezahlten Bürokraten am Steuergeld-Futtertrog, scheint von diesen inzwischen nicht einmal mehr am Rande wahrgenommen zu werden.

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