Mordfall Galizia: Obwohl sein ehemaliger Stabschef schwer belastet wird, leitet Ministerpräsident Muscat persönlich die Ermittlungen.

Arne Müseler / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0-DE)
Mordfall Galizia: Sozialistischer Regierungschef Muscat gerät immer mehr unter Druck

Tag für Tag erhöht sich der Druck auf den sozialistischen Ministerpräsidenten Josef Muscat im Mordfall Galizia. Nach dem Rücktritt des roten Tourismus- und Wirtschaftsministers und von Regierungsstabschef Keith Schembri, der sogar kurzfristig in Polizeihaft genommen worden war, zieht sich die Schlinge auch immer enger um Premier Muscat. Der hauptverdächtige Drahtzieher des Autobomben-Attentats gegen die Journalistin Caruana Galizia im Oktober 2017, Yorgen Fenech, hatte in Verhören Schembri als Drahtzieher des Anschlages genannt.

Schembri soll sogar in einer Nachricht Fenech gebeten haben, ihn nicht zu verraten. Gleichzeitig stehen Schembri und der ehemalige Tourismusminister Konrad Mizzi im Verdacht, Briefkastenfirmen in Panama besessen zu haben, auf die von der in Dubai beheimateten Firma „Black 17“ Schmiergelder geflossen sein sollen. Eigentümer von „Black 17“ ist wiederum Yorgen Fenech.

Verdächtiger Muscat leitet politisch die Mord-Ermittlungen

Damit nicht genug, leitet der Sozialist Muscat auch noch politisch die strafrechtlichen Ermittlungen in der hochbrisanten Causa. So informiert der Ministerpräsident höchstpersönlich seit Tagen Medien und Öffentlichkeit über den aktuellen Stand der Mordermittlungen gegen Fenech, Schembri und Co.

Er entschied auch vor wenigen Tagen, einen Verdächtigen im Gegenzug für Informationen zu den Tätern oder zum Tatablauf zu begnadigen. An einen Rücktritt denkt Schembri derzeit jedenfalls – noch – nicht.

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