Der Amokläufer Usman Khan, der zwei Menschen auf der London Bridge erstach (Symbolbild), war zuvor bereits als Terrorist verurteilt worden, kam aber auf Bewährung frei.

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Amoklauf in London: Killer war vorbestrafter Terrorist und vorzeitig entlassen worden

Am Freitag lief der Terrorist Usman Khan mit der Attrappe einer Sprengstoffweste in der Londoner Innenstadt Amok und stach um sich, wobei er zwei Passanten tötete und drei verletzte. Wie der Telegraph nun berichtet, galt der Sohn pakistanischer Eltern als Musterbeispiel der Rehabilitation – er war nämlich bereits wegen eines versuchten Terroranschlags in Haft und wurde vorzeitig aus dieser entlassen.

Khan wegen geplantem Anschlag auf Londoner Börse verurteilt

Der 28-Jährige wurde 2012 zu einer Haftstrafe von mindestens acht Jahren verurteilt, nachdem er, mit acht Komplizen, einen Bombenanschlag auf die Börse in London geplant hatte und ein Ausbildungslager für Terroristen in Pakistan aufbauen wollte. Ein Jahr später, im April 2013, hob ein Berufungsgericht das Urteil gegen Khan und einen anderen Verurteilten auf und verhängte gegen Khan sogar eine Haftstrafe von insgesamt 16 Jahren. Wie ein Londoner Polizeisprecher sagte, wurde der verurteilte Terrorist nach sieben Jahren Haft schließlich in die Freiheit entlassen, unter einer langen “Liste von Auflagen”, wie es hieß.

Terrorist sollte “rehabilitiert” werden

Eine dieser Auflagen schien die Teilnahme an einem Rehabilitierungsprogramm zu sein: Seit 2018 nahm er an dem Programm “Learning Together” der Universität von Cambridge teil, dass wohl versuchte, aus Terroristen wieder friedliche Staatsbürger zu machen. Khan, der nach seinem Anschlag in London schließlich auf der London Bridge erschossen wurde, bedankte sich schon 2018, nicht lange nach seiner Entlassung, bei den Mitarbeitern von “Learning Together” sogar mit einem Gedicht.

Amokläufer als positives Beispiel für Rehabilitation?

Auch in einer Werbebroschüre für “Learning Together” tauchte Khan auf, dort berichtete er ebenfalls von seinen positiven Erfahrungen mit dem Rehabilitationsprogramm: Er habe sich verändert und wolle nun als “guter Moslem” und “guter Brite” leben. Auch unmittelbar vor seinem Anschlag in der Londoner Innenstadt nahm Khan an einem “Learning Together”-Kurs teil – scheinbar ohne Erfolg.

Nach dem Anschlag von Freitag soll die Polizei bereits einen weiteren Verdächtigen festgenommen haben, auch dieser hat offensichtlich von der grenzenlosen Gutmütigkeit der britischen Justiz profitiert: Der Mann wurde bereits rechtskräftig als Terrorist verurteilt und kam auf Bewährung frei. “Einzelfälle” sind das nicht: Im Vereinigten Königreich sollen derzeit 74 Terroristen auf Bewährung auf freiem Fuß sein.

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