Eine Autobombe soll die Enthüllungsjournalistin Galizia getötet haben. (Symbolbild)

Foto: U.S. federal government / Wikimedia (PD)
Mordfall Galizia: Polit-Krimi um Autobombenattentat geht weiter

Ein nicht enden wollender Polit-Krimi rund um das Autobombenattentat vom 16. Oktober 2017 gegen die Enthüllungsjournalistin Daphne Caruana Galizia nimmt auf der Insel Malta seinen Lauf. Tag für Tag kommen neue Informationen an die Öffentlichkeit und erzürnen das Volk. Durch Zeugenaussagen scheint belegt, dass der einflussreiche Unternehmer Yorgen Fenech mit einem Betrag von 150.000 Euro, der an die drei beteiligten Attentäter geflossen sein soll, das Mordkomplott in Auftrag gegeben und finanziert haben soll.

Keith Schembri, der ehemalige Regierungsstabschef unter dem sozialistischen Ministerpräsidenten Joseph Muscat, ist neben dem Unternehmer Fenech der zweite mutmaßliche Kopf in diesem Justiz- und Politikskandal. Schembri soll seit Monaten dem Hauptverdächtigen Fenech Informationen über den Stand der Ermittlungen aus den vertraulichen Untersuchungsunterlagen weitergegeben haben.

Fenechs Fluchtversuch am 20. November nur knapp verhindert

Dies führte zu einem Fluchtversuch Fenechs am 20. November, der allerdings in letzter Sekunde durch die Polizei vereitelt werden konnte. Muscat wollte Fenech auch nach dessen Verhaftung noch einen speziellen Kronzeugenstatus und damit strafrechtliche Immunität gewähren. Dass auch hinter diesem Plan Schembri steckt oder diesen wenigsten unterstützt hat, scheint naheliegend, da er Fenech davon abhalten wollte, über die Verbindungen des Unternehmers zur Politik auszupacken.

Gaskraftwerk als Korruptionsfall der roten Regierung

Im Zentrum des Autobombenattentats steht ein Korruptionsfall rund um den Bau eines Gaskraftwerks, an dem Fenech als Investor beteiligt ist. Um den Bau politisch und verfahrensmäßig durchzusetzen, soll es über die Firma „17 Black“ aus Dubai zu finanziellen Zuwendungen an Keith Schembri und den Tourismus- und Energieminister Konrad Mizzi gekommen sein. „17 Black“ steht wiederum im Eigentum von Yorgen Fenech und soll Schmiergelder zu Briefkastenfirmen in Panama bezahlt haben, auf die Schembri und Mizzi Zugriff hatten oder noch haben. Die Journalistin Galizia war diesen dubiosen Geschäftsbeziehungen bis in höchste Regierungsämter bereits vor den Wahlen 2017 auf die Spur gekommen.

Nach Muscats Wahlsieg folgte Mordkomplott

Nach dem Wahlsieg der sozialistischen Arbeiterpartei unter Ministerpräsident Muscat am 3. Juni 2017 soll das Mordkomplott mutmaßlich in den weiteren Planungen von Yorgen Fenech gereift sein. Der Tatplan soll einige Male verschoben worden sein, bis Fenech dann nach Rekrutierung des Mord-Trios und der Bezahlung des Blutgeldes an die Attentäter den Einsatzbefehl gab. Nach dem Attentat sollen höchste sozialistische Regierungs- und Justizkreise mit Wissen und Willen Fenechs die Ermittlungen verschleppt haben, um den einflussreichen Glücksspiel- und Tourismusunternehmer und seine Komplizen zu schützen.

Autobombe

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