Das Vertrauen in die Demokratie ist innerhalb eines Jahres deutlich gesunken, wie das SORA-Institut mittels Umfrage erhob.

Foto: pixabay/ulleo
Neue Studie zeigt Vertrauensverlust in die Demokratie

Das SORA-Institut hat eine neue Studie veröffentlicht, die besagt, dass der Anteil der Österreicher, die großes Vertrauen in das demokratische System legen, weiter gesunken ist. Dafür stieg der Anteil derer, die einen „starken Führer“ beziehungsweise eine „autoritäre Form der Demokratie“ befürworten, leicht an.

Bürger fordern mehr Mitsprache

Zuerst die gute Nachricht: Immer noch sehen neun von zehn Österreichern in der Demokratie die bestmögliche Staatsform. Allerdings wünschen sich auch 60 Prozent mehr Beteiligung und einen Ausbau demokratischer Rechte – und haben dabei wohl das Modell des Nachbarlandes Schweiz mit seiner direkten Demokratie vor Augen, wie sie in Österreich auch von der FPÖ gefordert wird.

Einige Zahlen

Die Zahl der „überzeugten Demokraten“ ist seit dem letzten Jahr von 62 auf 57 Prozent gesunken, zeitgleich stieg der Anteil derer, die einen „starken Führer“ wollen, von 15 auf 23 Prozent. Ebenfalls gestiegen ist der Wunsch nach einer „autoritären Demokratie“, nämlich von 34 auf 38 Prozent. Etwas überraschend kommt, dass das Vertrauen in den Bundespräsidenten von 58 auf 67 Prozent gestiegen ist. Interessant auch, dass noch 2018, also zu Zeiten von Türkis-Blau, 64 Prozent der Befragten der Ansicht waren, das politische System in Österreich funktioniere gut während es diesmal nur noch 51 Prozent sind.

Ursachenforschung

SORA begab sich auch gleich auf Ursachenforschung und zieht die üblichen Verdächtigen aus dem Hut: Innenpolitische Ereignisse sowie ökonomische Ungleichheit. Eine Binsenweisheit, möchte man meinen – die jedoch bei genauerer Betrachtung nicht weit genug reicht. Denn Reiche und Arme mit allen Schattierungen dazwischen gab es schon immer, und dass die Bürger sich über politische Entscheidungen aufregen, war schon bei den alten Griechen nichts Neues mehr. Hier hätte man ruhig etwas tiefer graben können.

Warnsignale

Das Institut warnt jedenfalls vor diesen Entwicklungen. Rund 38 Prozent der Österreicher hegten mittlerweile „autoritäre/illiberale Demokratievorstellungen“, während das „ökonomisch schwächste Drittel“ sich kaum bis gar nicht mehr an demokratischen Prozessen beteiligt sähe. Österreich befände sich auf dem Weg in eine Zwei-Drittel-Demokratie.
Ob eine schwarz-grüne Regierung dieses verloren gegangene Vertrauen zurückgewinnen kann, bleibt abzuwarten.

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