Strache 2018 als FPÖ-Vizekanzler am Höhepunkt seiner Karriere, hier mit ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz. Nun ist er nicht einmal mehr Parteimitglied.

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HC Strache ist für die Blauen nun endgültig Geschichte

Nun ist es also fix: Die FPÖ hat heute, Freitag, ihren langjährigen Bundesparteiobmann HC Strache ausgeschlossen. Das teilten Straches Nachfolger Norbert Hofer und der Wiener FP-Landesparteiobmann Dominik Nepp vor versammelter Presse am Nachmittag mit. Strache selbst zog es vor, zu diesem entwürdigenden Akt nicht zu erscheinen. Schriftlich teilte er mit, das er für dieses Parteigericht nicht zur Verfügung stehe und es für entbehrlich halte.

Hauptgrund: Parteischädigendes Verhalten und Gefährdung des Zusammenhalts

Das Parteigericht ist zum Schluss gekommen, dass Heinz-Christian Strache mit zahlreichen Äußerungen in sozialen Medien, Interviews und sonstigen Veröffentlichungen das Ansehen der Partei geschädigt und den Zusammenhalt gefährdet hat.

Im Zusammenhang mit möglichen Spesenmanipulationen zum Nachteil der FPÖ, zu denen aktuell Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen, werden ordentliche Gerichte zu einem Urteil kommen

Hofer will Partei wieder zu 25 Prozent führen

„Für uns ist es eine Befreiung, Ibiza ist Geschichte. Wie wollen eine seriöse stabile, rechtskonservative Partei sein. Eine Partei ohne Skandale“, erklärte Hofer bei der Pressekonferenz. Er will die FPÖ mit diesem Kurs wieder zu einem soliden Wähleranteil von zumindest 25 Prozent führen.

Strache auf der Suche nach Financiers

Wie Nepp betonte, sei der Wiener FPÖ zugetragen worden, dass Strache bereits nach Financiers für eine neue Bewegung suchen würde. „Für mich ist das Kapitel Strache mit dem heutigen Tag abschlossen“, bekräftigte der Wiener Vizebürgermeister, der als Spitzenkandidat der Freiheitlichen bei der Wien-Wahl im Oktober 2020 antritt. Die Wiener FPÖ sei geschlossen und auch die einzige Kraft, die sich für die Wiener Bevölkerung einsetzt, so Nepp.

Mit 21 Jahren jüngster Bezirksrat

Der gelernte Zahntechniker Strache (geboren 12. Juni 1969) hatte sich der FPÖ bereits früh angeschlossen und wurde 1991 jüngster Bezirksrat in Wien-Landstraße. Schon vor seinem 30. Geburtstag holte er sich einen Sitz im Wiener Landtag und galt als Hoffnungsträger der schon damals starken Landespartei, zu deren Obmann er 2004 avancierte. Der Bewunderer Jörg Haiders wurde bald zu dessen Kritiker und Kontrahenten.

Aufbau einer gespaltenen Partei

Nach dem Abgang Haiders und vieler anderer zum neu gegründeten „Bündnis Zukunft Österreich“ (BZÖ) rückte Strache 2005 an die Spitze der gespaltenen Partei, die damals bei gerade einmal fünf Prozent der Wählerstimmen lag, seit 2006 fungierte er auch als Klubobmann des Parlamentsklubs. Gemeinsam mit seinen Getreuen Harald Vilimsky, Herbert Kickl und Norbert Hofer baute er die geschwächte Partei kontinuierlich auf, die bei jeder Wahl fortan kräftig zulegte und im Dezember 2017 schließlich mit einem Wähleranteil von 27 Prozent zusammen mit der “türkisen” ÖVP die neue Bundesregierung unter Kanzler Sebastian Kurz bildete.

Absturz durch “Ibiza Video”

Sein bisher höchstes Amt als Vizekanzler und Beamtenminister verlor er allerdings nach nur 17 Monaten im Mai dieses Jahres durch das mit kriminellen Methoden hergestellte„Ibiza Video“, dessen Hintermänner von der Justiz bis heute nicht alle ausgeforscht sind.

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