Der Umbau des Kraftwerks Delimara auf Gasbetrieb, war der Ausgangspunkt des Mordfalls Galizia.

Foto: Felix König / Wikimedia (CC-BY-3.0)
Das Gaskraftwerk Delimara als Ausgangspunkt des Mordfalls Galizia

Viel wurde in den letzten Wochen über die Rollenverteilung in einem kriminellen und politischen Netzwerk rund um die grausame Ermordung der Journalistin Daphne Caruana Galizia am 18. Oktober 2017 auf Malta berichtet. Das Zentrum und der Ausgangspunkt dieses Mordkomplotts, dessen Verzweigungen von Aserbaidschan über Dubai bis nach Panama reichen und in den hochrangige sozialistische Politiker Maltas ebenso involviert zu sein scheinen wie Geschäftsleute und Unternehmen aus dem Energie-, Tourismus- und Glücksspielsektors der Mittelmeerinsel, ist ein Gaskraftwerkprojekt.

Die ersten Planungen und Projektierungen reichen bis ins Jahr 2013 zurück, wo Joseph Muscat gemeinsam mit seiner sozialistischen Arbeiterpartei die Regierungsgeschäfte auf Malta übernommen hat. Federführend dabei die Firma Electrogas Malta, die 2015 mit dem Bau des Gaskraftwerks Delimara beginnt:

Electrogas Malta baut ein 200 MW Gas-Kombikraftwerk am Standort des bestehenden Delimara Kraftwerks in der Nähe der Stadt Marsaxlokk im südöstlichen Malta. Das Projekt ist Teil des Programms der maltesischen Regierung, das darauf abzielt, bei der Stromproduktion von Öl auf den umweltfreundlicheren Energieträger Gas umzustellen. Um die Gasversorgung sicherzustellen, baut Electrogas Malta zusätzlich einen Speicher für flüssiges Erdgas (LNG) und eine Regasifizierungsanlage, die das flüssige Erdgas wieder in Gas umwandelt. Nach Inbetriebnahme im Sommer 2016 wird die effiziente GuD-Anlage die Hälfte des Strombedarfs von Malta decken können. Mit der schlüsselfertigen Errichtung der GuD-Anlage wurde SIEMENS beauftragt.

Österreich-Bezug  bei Gaskraftwerk Delimara vorhanden

Das in der Nähe der Stadt Marsaxlokk im südöstlichen Maltas bestehende Kraftwerk Delimara wurde zum neuen Standort eines Kraftwerks, das von Öl auf den umweltfreundlichen Energieträger Gas umstellte. Mit dabei damals Siemens Österreich und das österreichische Ziviltechnikerbüro convex ZT GmbH:

Im Auftrag von SIEMENS Österreich erbringt convex ZT GmbH Layoutplanung- und Baumanagementleistungen, und führt die Bauausführungsplanung sowie die geotechnische und bautechnische Bauaufsicht durch.

Gaslieferungen für Kraftwerk Delimara aus Aserbaidschan

Die Gaslieferungen wurden aus Aserbaidschan organisiert. Neben dem staatlichen aserbaidschanischen Energiekonzern SOCAR und dem deutschen Siemens Konzern, kooperierten im Rahmen der Electrogas Malta auch zwei maltesische Privatfirmen, wobei eine unter der Führung des nun in Untersuchungshaft sitzenden Geschäftsmanns Yorgen Fenech stand. Fenech war auch einer der Vorstandsmitglieder bei Electrogas Malta für das Projekt in Delimara. Final war das Mordkomplott gegen Daphne Cuarana Galizia wohl der Versuch der Verschleierung eines umfangreichen Korruptionsfalls rund um das Kraftwerk Delimara.

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