Welche Strategie verfolgt der türkische Präsident Erdogan mit seinem Libyen-Engagement?

Foto: Senat RP/Polish Senate / Wikimedia (CC BY-SA 3.0 PL)
Versucht Erdogan Europa mit Nordafrika-Engagement politisch einzukreisen?

Außen- und Sicherheitsexperten schauen gebannt nach Nordafrika. Die Aktivitäten des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Libyen werden mit Interesse verfolgt. Verfestigt Erdogan sein Bündnis mit der von der UNO anerkannten Regierung Libyens mit Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch, dann könnte die Türkei hier einen weiteren Brückenkopf gegen die Europäische Union bilden. Erdogan könnte nämlich eine Einkreisungsstrategie gegen Europa verfolgen.

Bereits im Jänner möchte Erdogan dem türkischen Parlament einen Beschluss zum Einsatz türkischer Truppen in Libyen auf Seiten der dortigen Regierungsverbände vorlegen. Die Mehrheitsverhältnisse im türkischen Parlament lassen eine positive Beschlussfassung erwarten.

Stellvertreterkrieg mit Auswirkungen auf Migrationsströme nach Europa

Während Erdogan Ministerpräsident al-Sarradsch unterstützt, wird die sogenannte „Libysche Nationalarmee“, unter dem Milizführer General Haftar, vom Nachbarstaat Ägypten und Russland unterstützt. Wird hier ein neuer Stellvertreterkrieg entfacht, dann könnte dies auch weitreichende Auswirkungen auf Migrationsströme nach Europa haben.

Stehen die Häfen und Küstenstreifen in Richtung Mittelmeer offen, dann könnte im Frühjahr über Libyen ein neuer Massenzustrom illegaler Migranten aus Afrika nach Italien kommen. In der Vergangenheit aufrechte Kooperationen zum Küstenschutz mit lokalen Milizen, könnten dann endgültig der Vergangenheit angehören.

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