Im Stadttheater Baden wurden die Besucher des Neujahrskonzerts mit der politischen Einstellung des Dirigenten belästigt.

Foto: Karl Gruber / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Neujahrskonzert: Lob für Lenin, Marx und Engels

Das erste Konzert 2020 war nicht nur im Musikverein in Wien ein musikalischer Willkommensgruß im neuen Jahr. Auch im Stadttheater der Bühne Baden gab man ein Neujahrskonzert. Zelotes Edmund Toliver präsentierte, begleitet vom Orchester der Bühne Baden unter Franz Josef Breznik, am gestrigen 1. Jänner Ausschnitte aus beliebten Opern und Musicals.

Bühne frei für linke Propaganda

Der Chefdirigent des Orchesters nützte das volle Haus jedoch nicht nur für musikalische Zwecke, sondern gab die Bühne frei für seine politische Agenda. Der gebürtige Linzer rief während der Vorstellung nach einem Stück des Operetten-Komponisten Franz Lehar vom Dirigentenpult ins Publikum:

Nicht nur Franz Lehar, der Komponist, hatte sehr gute Ideen, auch Herr Lenin und seine Freunde Marx und Engels hatten ebenfalls gute Ideen.

Restauration des Sozialismus

An diese Huldigung der führenden Kommunisten schlossen sich weitere salbungsvolle Worte des Dirigenten an. Im Stadttheater saß staunend das Publikum, das zusätzlich zur Kultur politische Propaganda, verharmlosend in einer Art Plauderton, serviert bekam.

Dem Zuhörer erschloss sich in keinster Weise, wie der Dirigent von „Lehar“ auf „Lenin“ kommt. Dazu ohne die Folgen der sozialistischen Ideologie mit ihren mehr als 100 Millionen Toten, Erniedrigten, Gefolterten und Ermordeten zu erwähnen. Wohl um dem Sozialismus, der 30 Jahre nach seiner Implosion „fröhliche Urständ“ feiert, doch noch zum Durchbruch zu verhelfen, ergriff Breznik das Wort. Doch statt Begeisterung für die linke Sache erntete der Dirigent bloß Verwunderung bis Protest. Man lebe ja (noch) nicht in der DDR, wo alles, von der Produktion bis zur Tradition, politisiert und für den Sozialismus instrumentalisiert wurde, so ein Besucher.

Stadttheater_Baden

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