Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat im Machtkampf mit den Gewerkschaften verloren.

Foto: Copyleft / Wikipedia (CC BY 4.0)
Macron gibt auf: Keine Erhöhung des Pensionsantrittsalters auf 64 Jahre

Seit Monaten gehen aufgebrachte Franzosen gegen die Politik von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf die Straße, mitunter entlädt sich ihr Frust auch in Gewalt und Anarchie. Die hitzigen Franzosen wollten damit die geplante Pensionsreform verhindern.

Teuerstes Pensionssystem der OECD

Dabei hat Frankreich das teuerste Pensionssystem aller OECD-Staaten. Und noch dazu ein kompliziertes: Die Pension ergibt sich aus einer Grundrente und einer obligatorischen Zusatzrente. Typisch für die seit Jahrzehnten in Frankreich übliche sozialistische Klientelpolitik, in der immer einige „gleicher“ sind, besitzt das Land 42 Sondersysteme für Staatsunternehmen. Die „Gleicheren“ genießen dort hohe Privilegien beim Pensionsantrittsalter und bei der Höhe der Pension.

Damit wollte Macron aufräumen – gestützt von der Mehrheit der Franzosen, wie Umfragen belegten. Doch er erntete Proteste der Gewerkschaften, die infolge der Gelbwestenbewegung der Vergangenheit schnell auf fruchtbaren Boden fielen. Viele Franzosen nutzten die Gelegenheit und gaben ihrer Unzufriedenheit mit der gesamten Politik Macrons, die nicht den Franzosen sondern den Globalisten dient, Ausdruck. In Paris warfen vermummte Demonstranten am Samstagnachmittag Schaufensterscheiben ein und Gegenstände in Richtung der Polizei. Die Polizisten setzten Tränengas ein.

Machtkampf entschieden

Jetzt dürfte der Machtkampf zwischen Regierung und Gewerkschaften entschieden sein: Die Verteidiger der Pfründe haben gegen die unbeliebte Regierung gewonnen. Die französische Regierung hat im Konflikt um die Pensionsreform deutliche Zugeständnisse an die Gewerkschaften gemacht: Die geplante Anhebung des Pensionsantrittsalters auf 64 Jahre werde vorläufig aus der Gesetzesreform gestrichen, erklärte Frankreichs Premierminister Édouard Philippe am Samstag.

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