Österreich hat in wenigen Jahren mehr als eine Million Tonnen an Müll aus dem Ausland erhalten und verarbeitet (Symbolbild).

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Eine Million Tonnen: So fleißig nimmt Österreich Müll aus dem Ausland

Im vergangenen November gab es Medienmeldungen, dass in St. Pölten 7.000 Tonnen Müll aus Italien verarbeitet werden sollen. Der freiheitliche Umweltsprecher Walter Rauch meinte damals, dass Österreich nicht die Müllhalde Italiens wäre. „Bereits 2017 wurden 70.000 Tonnen Müll aus Rom nach Österreich gebracht. Nun werden abermals die italienischen Müllprobleme einfach in Österreich entsorgt. Diese Vorgehensweise ist nicht mehr zu akzeptieren“, kritisierte Rauch, der ein Einschreiten seitens der Bundesregierung forderte und parlamentarische Anfragen an die zuständigen Ministerien ankündigte.

EU regelt Mülltransporte

Wie viel Müll hat Österreich aber nun wirklich in den letzten Jahren aus dem Ausland importiert? Zuerst einmal muss man wissen, dass es rechtliche Rahmenbedingungen gibt. Auf nationaler Ebene das Abfallwirtschaftsgesetz 2002 und bei grenzüberschreitenden Verbringungen von Abfällen die Bestimmungen der EU-Verordnung 1013/2006. Dann gibt es noch die EU-Richtlinie 2008/98 über Abfälle (EU-Abfallrahmenrichtlinie).

430.000 Tonnen Siedlungsabfälle

Bei der Definition von Müll wird von „Siedlungsabfällen“ geschrieben, die neben Abfällen aus privaten Haushalten auch hausmüll-ähnliche Gewerbeabfälle umfassen. Österreich hat in den Jahren 2015 bis 2018 fast 430.000 Tonnen Siedlungsabfälle importiert, die in rund 20 Abfallbehandlungsanlagen bearbeitet wurden.

580.000 Tonnen gefährliche Abfälle

Dann gibt es noch den Begriff der „gefährlichen Abfälle“. Österreich hat in den Jahren 2015 bis 2018 mehr als 580.000 Tonnen dieser Kategorie importiert. Verarbeitet wurden die Massen zuletzt in 44 Anlagen.

Somit kommt eine stolze Summe von rund einer Million Tonnen an Müll zusammen, der innerhalb von nur wenigen Jahren den Weg nach Österreich fand. Und diese Menge dürfte nicht weniger werden. Im niederösterreichischen Theresienfeld soll bekanntlich die nächste Problemstoff-Abfallbehandlungsanlage gebaut werden, angeblich sogar die größte Österreichs. Bekanntlich protestieren viele Bürger und auch die FPÖ dagegen.

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