Die Staatsoper an der Wiener Ringstraße wurde vor guten 150 Jahren eröffnet.

Foto: Bwag / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Wiener Staatsoper am Ring – Vortrag mit Bild und Ton am 20. Jänner in Wien

Am 20. Februar verwandelt sich die Wiener Staatsoper für den Opernball wieder in einen pompösen Ballsaal, in den ein weltweites Publikum via Fernsehen einen Einblick erhält. Doch seit guten 150 Jahren ist das „neue k.k. Hofoperntheater“ an der Ringstraße vor allem für seine Opernaufführungen bekannt.

Mit einer Auslastung von fast 99 Prozent finden jedes Jahr an die 400 Vorstellungen – Opern, Ballette, Kinderopern, Konzerte – statt. Seit der Eröffnung im Mai 1869 dirigierten namhafte Persönlichkeiten wie Herbert von Karajan, Karl Böhm und Franz Welser-Möst das Orchester. Neben der intensive Pflege des Mozart-, Verdi- und Richard Strauss-Repertoires führt die Staatsoper regelmäßig alle zehn Hauptwerke Richard Wagners auf.

Erstes Monumentalgebäude der Ringstraße

Einst war die Staatsoper als Schlusspunkt einer Reihe von Opernhäusern errichtet worden, die meist in der Vorstadt lagen. In der Leopoldstadt, in der Josefstadt, auf der Wieden und in Lerchenfeld gab es bereits im 18. und 19. Jahrhundert ein florierendes Opernleben, das vom deutschen Singspiel bis zur großen heroischen Oper reichte. Gemeinsam mit dem Kärntnertortheater bereiteten diese Bühnen den Boden für den neuen Prachtbau der Ringstraßenzeit, für das „schönste Opernhaus der Welt“.

Das neue Gebäude der Hofoper wurde 1860 als erstes Monumentalgebäude der Ringstraße ausgeschrieben. Ein Jahr später begann der Bau nach Plänen der Architekten August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll im Stil der Neorenaissance. Die Wiener waren allerdings unglücklich mit dem Bauwerk, denn es wurde den ästhetischen Ansprüchen nicht gerecht. Weil das Ringstraßenniveau nach Baubeginn noch einmal angehoben wurde, musste das Erdgeschoß niedriger als der erste Stock gebaut werden, wodurch das Gebäude einen gedrungenen Eindruck macht. Zeitgenossen können sich heute gar nicht mehr vorstellen, dass die Wiener spotteten: „Sicardsburg und van der Nüll haben beide keinen Styl.“

Götterdämmerung durch Amerikaner

Die Oper schloss kriegsbedingt ihre Tore Ende Juni 1944. Als letzte Oper stand Richard Wagners „Götterdämmerung“ auf dem Programm. Sie sollte sich bewahrheiten, als am 12. März 1945 amerikanische Bomber die Oper angriffen, die schwersten Schaden nahm. „Fortschrittliche“ Kräfte wollten das Haus danach sogar gänzlich schleifen. Zehn Jahre brauchte man in einer Zeit größter Mangelwirtschaft für die Wiedererrichtung, ehe das Haus mit Ludwig van Beethovens „Fidelio“ wiedereröffnet werden konnte.

Über die jahrzehntelange große Geschichte des „ersten Hauses am Ring“ berichtet ein Vortrag bei der Österreichischen Landsmannschaft. Der „Kulturpapst“ Georg Hauer wird am Montag, 20. Jänner, im Schulvereinshaus in der Fuhrmannsgasse 18A im achten Wiener Gemeindebezirk den Zuhörern die Höhepunkte der Wiener Staatsoper näherbringen. Kommen Sie zum Vortrag mit Bild- und Tondokumenten um 19 Uhr! Eintritt frei!

Wiener Staatsoper

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